Nahverkehr Stuttgart Kein Ausbau der Schusterbahn

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Schon seit längerem dringen die Grünen und die Linke im Regionalparlament darauf, die sogenannte Schusterbahn zwischen Kornwestheim und Untertürkheim auszubauen. Doch zunächst bleibt es bei vier Regionalbahnen am Tag.

Die Schusterbahn, hier ein Abschnitt beim Stadtteil Freiberg, ist in erster Linie eine Verbindung für Güterzüge. Foto: Zeyer
Die Schusterbahn, hier ein Abschnitt beim Stadtteil Freiberg, ist in erster Linie eine Verbindung für Güterzüge.Foto: Zeyer

Stuttgart - Schon seit längerem dringen die Grünen und die Linke im Regionalparlament darauf, die sogenannte Schusterbahn zwischen Kornwestheim und Untertürkheim auszubauen. Derzeit fahren auf der 11,5 Kilometer langen zweigleisigen Strecke täglich im Berufsverkehr vier Regionalbahnen in jede Richtung.

Künftig solle, so die Forderung der beiden Fraktionen, ein Stunden- oder gar ein Halbstundentakt eingeführt werden. Zumindest die Verwaltung des Verbandes Region Stuttgart (VRS) hat diesem Ansinnen am Mittwoch in der Sitzung des Verkehrsausschusses eine Absage erteilt. Zu einer Abstimmung der Regionalräte kam es aus Zeitmangel nicht mehr. Vieles deutet aber darauf hin, dass der Ausbau keine Mehrheit finden wird.

Der Verband ist nach einer Untersuchung der Fahrgastzahlen zu dem Ergebnis gekommen, dass das Potenzial auf der Strecke „erkennbar gering“ sei. Täglich würden im Schnitt nur 25 bis 30 Personen einen Zug nutzen. Auch die Perspektive sei nicht gut: Eine Untersuchung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) habe 2003 zwar ergeben, dass man bei einer optimalen Bedienung der Strecke auf 42 Reisende pro Zug kommen könnte – doch das liege „immer noch am unteren Rand des Spektrums, in dem der Einsatz eines Schienenverkehrsmittels als sinnvoll angesehen werden kann“, so der Regionalverband.

Es gibt Alternativen zur Schusterbahn

Die SPD-Fraktion stellte sich gegen die Grünen-Vorschläge, beantragte am Mittwoch aber, dass zumindest morgens und abends je ein weiterer Zug pro Richtung eingesetzt wird. Die CDU-Fraktion lehnt dies ebenfalls ab, zumindest vorerst. Der Regionalrat Rainer Ganske möchte zunächst eine Prioritätenliste für den Ausbau des gesamten Nahverkehrs erarbeiten lassen: „Wir werden in diesem Jahr mehr Geld investieren, aber wir müssen genau überlegen, wo die knappen Mittel dann am besten eingesetzt werden“, so Ganske. Die Ausweitung des 15-Minuten-Taktes der S-Bahn könnte deutlich wichtiger sein.

Alternativ zur Schusterbahn können Fahrgäste heute schon die bestehenden S-Bahnen mit Umsteigen am Hauptbahnhof nutzen. Von Kornwestheim nach Untertürkheim benötigt man auf diesem Umweg 25 Minuten; die Schusterbahn ist zehn Minuten schneller. Neben der Regionalbahnlinie 11 fahren auf der Schusterbahn täglich bis zu 120 Güterzüge.

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12 KommentareKommentar schreiben

Gute Idee: 'JAN 27 Edwin Hoernle, 10:07 Uhr schade die Nutzung der Schusterbahn mit einen halbstunden Takt von Ludwisgsburg nach Kirchheim wäre eine echte Entlastung für den Hauptbahnhof, Pendler könnten ohne den Umweg zum Ziel kommen.Und das ohne viel Geld in die Hand zunehmen, da die Strecke ja nur noch befahren werden müsste.' Aber da müssen Sie auch die Fahrgastströme aus Richtung Esslingen oder Plochingen bzw. ab Kirchheim betrachten. Und da dürfte die überwiegende Anzahl der Fahrgäste tagsüber wohl ins Zentrum wollen. In den Spitzenzeiten und zum Schichtwechsel eben zu den Werken vom Stern entlang der Strecke. Da machte die Schusterbahn dann wirklich Sinn. Die Kommunen setzen Millionen angebotsorientiert in den Sand mit ihren Baugebieten, um das dann zu subventionieren, wenn sie darauf sitzen bleiben. Warum sollte dann nicht auch einmal die Region mit ein paar Euros und einem sunset Beschluss die Schusterstrecke aktivieren: wenn man ihn 'morgens' beschliesst schaut man 'abends' nochmals nach ihn. War´s nix, wird der Beschluss eben wieder kassiert. Ansonsten sollte der VRS schon lange einmal den ihm angehörenden Kommunen den Auftrag erteilt haben, über an Haushalte verteilte Fragebögen die täglichen sine qua non Mobilitätsbedürfnisse der Bürger abzufragen und auch den Zeitraum dieser festen Bedürfnisse in der Vergangenheit und für die voraussichtliche Zukunft. Und wie man ihnen heute begegnet. Da könnte man dann schon angebotsorientiert ziemlich genau etwas planen. Und da könnte Ihr Vorschlag dann schon ziemlich für bestimmte Tageszeiten ins Schwarze treffen. Wenn wir jetzt schon nicht die Konterkarierung des Fortschrittes im Regional- und Nahverkehr mit den hochgelobten Drexlerschen Durchmesserlinien per S21 bekommen, bei denen man den Anschlüssen immer hinter her geschaut hätte, dann kann man doch ein vernünftiges ITF-Gewebe für die Region mit bereits vorhandener Infrastruktur aufbauen, das wirklich die Leute von der Strasse auf den ÖPNV holt und nicht umgekehrt wie von Drexler, Schmiedel und Co vorangetrieben. Aber Entschuldigung, haben Sie sich einmal die durchschnittlich vorhandene Intelligenz in diesem Laden angeschaut, der das bestimmt? Und wäre das nicht auch einmal eine lohnende Untersuchung für einen investigativen Journalismus? Gar ein Referat bei der StZ, das das 'kritisch begleitend' im Auge behält?

zu einfach, zu naheliegend: ja, wenn man für die S-Bahn-Nutzung der Schusterbahn einen 10 km Tunnel graben müßte, da wäre der Herrenknecht gleich dabei und würde den Politikern Beine machen! Aber wenn man vorhandene Gleise nutzt, da hat ja nur der Fahrgast was davon, und der Fahrgast interessiert keinen unserer Entscheidungsträger. Im Kaffeesatz ermittelte Fahrgastzahlen von Zügen, die noch nicht fahren, da ist die Bahn Weltmeister. Deswegen wurden auch überall Strecken aufgegeben, die heute Privatbahnen erfolgreich betreiben, weil sich das Zugangebot nach dem Fahrgast (Arbeitnehmer, Schüler) richtet. Der Fahrgast - das unberechenbare und unbekannte Wesen für die DB.

Schusterbahn: Als Karlsruher Modell bezeichnet man ein schienengebundenes Nahverkehrssystem mit Normalspur-Fahrzeugen, die sowohl als Straßen- oder Stadtbahn als auch als Eisenbahn fahren können. Das erfordert unter anderem die Verwendung kompatibler Radsätze, die beiden Spezifikationen genügen, gegebenenfalls die Ausrüstung mit mehreren Zugsicherungssystemen, sowie bei elektrischem Betrieb den Einsatz von Mehrsystemfahrzeugen, die unter beiden Bahnstromsystemen funktionieren. http://de.wikipedia.org/wiki/Karlsruher_Modell Wenn die SSB nach dem Karlsruher Modell fahren würden könnte man beim Ebitzweg (U13) eine Überleitung schaffen für die Stadbahnwagen der SSB. Aber da ja das Karlsruher Modell in Stuttgart ein Fremdwort ist bei der SSB, wird dies nicht geschehen. Oder die AVG Karlsruhe fährt auf der Schusterbahn. Bis Bietigheim-Bissingen fahren die ja schon. Da bräuchte man dann keine Bahnsteige erhöhen und nichts ausbauen.

schade: die Nutzung der Schusterbahn mit einen halbstunden Takt von Ludwisgsburg nach Kirchheim wäre eine echte Entlastung für den Hauptbahnhof, Pendler könnten ohne den Umweg zum Ziel kommen.Und das ohne viel Geld in die Hand zunehmen, da die Strecke ja nur noch befahren werden müsste.

Der Der Stuttgarter-Norden bleibt Abgehängt: In Zazenhausen gibt es sogar Bauvorleistungen für einen neuen Haltepunkt an der neuen Unterführung zum Neubaugebiet Hohlgrabenäcker. Wir Zazenhäuser sind sehr schecht an den ÖPNV angebunden, Busse fahren nur in Halbstundentakt nach Zuffenhausen für Anwohner ist ein Auto also ein muss. Mangels Alternativen müssen wir wohl auch künftig für aussreichend Lärm und Feinstaub in Stuttgart sorgen..

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