Neues Vertriebs- und Logistikzentrum der Wala in Zell Zwei Baustellen für die Zukunft

Von eas 

Der Naturheilmittel- und Naturkosmetikhersteller Wala hat im interkommunalen Gewerbepark Wängen in Zell die Spaten für ein 45 Millionen Euro teures Vertriebs- und Logistikzentrum in den Boden gerammt. Anfang 2018 soll dieses in Betreib gehen.

15 Spaten für ein 45-Millionen-Euro-Projekt: der Bau des neuen Vertriebs- und Logistikzentrums der Wala bei Zell beginnt. Foto: Horst Rudel
15 Spaten für ein 45-Millionen-Euro-Projekt: der Bau des neuen Vertriebs- und Logistikzentrums der Wala bei Zell beginnt.Foto: Horst Rudel

Zell u. A. - Dass Politiker zum Start von Bauvorhaben das Wort „Meilenstein“ in den Mund nehmen, ist sicher nicht außergewöhnlich. Was den Spatenstich für das neue Vertriebs- und Logistikzentrum des Bad Boller Naturheilmittel- und Naturkosmetikherstellers Wala angeht, trifft die Bezeichnung allerdings gleich in mehrfacher Hinsicht zu. Das 184 Meter lange, 66 Meter breite und 20 Meter hohe Gebäudeensemble, das im interkommunalen Gewerbepark Wängen bei Zell unter Aichelberg entsteht, kostet nicht nur rund 45 Millionen Euro. Es ist zugleich auch das bis jetzt größte Bauprojekt auf der Gemarkung der Kommune – und für das Unternehmen die umfangreichste Einzelinvestition in eine Immobilie überhaupt.

Die Wala, das machte Philip Lettmann als Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsleitung deutlich, folge aber auch hier der Maxime „Lege Vertrauen in jegliches Tun“, die ihr Gründer Rudolf Hauschka seinem Handeln zugrunde gelegt hat. Das stetige Wachstum des Unternehmens, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 130 Millionen Euro verbuchen konnte, macht eine Erweiterung aber nicht nur möglich, sondern auch erforderlich. Der Vertrieb erfolgt längst nicht mehr nur vom Stammsitz, sondern von verschiedenen Stellen aus. „Hier in Zell können wir nun alle Bereiche wieder zusammenführen“, freute sich Lettmann.

Dass die Wala zurzeit auf gleich zwei Großbaustellen tanzt, daran erinnerte der Göppinger Landrat Edgar Wolff. „Innerhalb von nur zehn Monaten den Bau eines 30 Millionen Euro teuren Laborgebäudes in Bad Boll anzupacken und nun in Zell ein Vertriebs- und Logistikzentrum entstehen zu lassen ist auch ein doppeltes Bekenntnis zum Stauferkreis als Gesundheits- und als Wirtschaftsstandort“, erklärte er. Der Zeller Bürgermeister Werner Link schlug in dieselbe Kerbe: „Der interkommunale Gedanke, den wir mit dem Gewerbegebiet Wängen vorangebracht haben, hat letztlich mit dazu beigetragen, einen wichtigen Arbeitgeber im Landkreis zu halten“, erklärte er. Dass dies ein langer, langer Weg gewesen sei, ließ der Schultes nicht unerwähnt, doch die Nachhaltigkeit, mit der die Wala plane, bedinge dies geradezu.

Just auf diesen Punkt hob Wolfgang Schuster, der Vorsitzende der Wala-Stiftung, ab: „Wir sind uns sehr bewusst, dass es eine große Aufgabe ist, mit einem schnellen Wachstum Schritt zu halten, zumal wir unsere Arbeit immer an den Werten der Wala ausrichten.“ Die erzeugten Produkte seien aber ein wesentlicher Teil dieser Wertegemeinschaft und könnten deshalb nicht an einem x-beliebigen Ort, sondern müssten in der Nähe des Standorts gelagert werden, „auch um weite Wege zu vermeiden“, fügte Schuster hinzu.

Philip Lettmann machte deutlich, dass bei dem Bau, der Anfang 2018 bezugsfertig sein soll, nicht zuletzt aus dieser Verpflichtung heraus ein großer Wert auf die Landschafts- und die Umweltverträglichkeit, auf die Energieeffizienz und auf gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten gelegt werde. Ein Blick auf die Entwürfe der Architektin Ada Untch vom Heidelberger Büro IO-Consultants sowie die vorgesehene Einpassung ins Gelände lässt diese Aussage durchaus realistisch erscheinen.

Der Gewerbepark Wängen ist so gut wie voll

Nach längeren und teils kontroversen Diskussionen ist die Verbandssatzung für den interkommunalen Gewerbepark Wängen im Dezember 2007 verabschiedet worden. Die bereits zuvor erfolgte Anfrage der Wala für den Bau eines neuen Vertriebs- und Logistikzentrums an diesem Standort hat den Entscheidungs- und Entwicklungsprozess dabei sicherlich nicht negativ beeinflusst.

Inzwischen hat sich das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Zell, Hattenhofen und Aichelberg als Erfolgsmodell entpuppt. Der Zweckverband Gewerbepark ist mittlerweile schuldenfrei. Nur noch drei kleinere Grundstücksflächen, die sich eher für die Erweiterung lokaler Betriebe eignen, sind frei.

Da die Nachfrage nach Gewerbeflächen in den Wängen nach wie vor groß ist, liebäugelt Werner Link, Zeller Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzender, mit einer Erweiterung. Hinter verschlossenen Türen wird darüber auch bereits debattiert.