Stuttgart - Die lang erwartete Stunde der Wahrheit schlägt am Montag um 11 Uhr. Dann beginnt der Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Und dann wird er endlich – so hat es der Rathauschef seit Langem angekündigt und versprochen – die Antwort auf die Frage geben, ob er bei der nächsten Wahl, die voraussichtlich im Spätherbst stattfindet, für eine dritte Amtszeit kandidieren will.
Aus dem Rathaus, von der Bürgermeisterbank wie aus den Ratsfraktionen kommen in diesen Tagen immer wieder Mutmaßungen, Schuster wolle es noch einmal wissen und seine Kandidatur ankündigen. Dagegen soll sich die Familie des 62-Jährigen ausgesprochen haben; offenbar wünscht sie sich, dass der Großvater sich mehr um seine Enkelkinder kümmert und sich den harten Job nicht weiterhin antut. Eines ist zumindest klar: wenn der Oberbürgermeister am Montag seine Bereitschaft ankündigt, sich um eine weitere Amtszeit zu bewerben, wird die Findungskommission der CDU ihre Arbeit wieder einstellen.
Einfluss auf Kandidatensuche der anderen Parteien
Nicht nur für die eigene Partei hat die Erklärung eine weit reichende Bedeutung. Auch auf die Kandidatensuche der übrigen Parteien wird es einen Einfluss haben, wie der OB sich entscheidet. Denn auch wenn Wolfgang Schuster im Zusammenhang mit Stuttgart 21 vor allem deswegen kritisiert wird, weil er keinen Bürgerentscheid zugelassen hat, besitzt er doch den Bonus des Amtsinhabers.
Schuster setzte sich 1996 im zweiten Wahlgang gegen Rezzo Schlauch (Grüne) durch. 2004 gewann er, ebenfalls im zweiten Anlauf, gegen Ute Kumpf (SPD), nachdem der Grünen-Kandidat Boris Palmer sich zurückgezogen hatte. Wegen der Altersgrenze von 68 Jahren könnte Schuster im Falle seiner Wiederwahl nur viereinhalb Jahre der dritten Amtszeit OB bleiben. ceb


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Schuster
Schade, dass er nicht mehr antritt. Ich hätte so gern gegen ihn gestimmt
..die Fliege machen...
Er hat der Bahn ein Gleisvorfeld abgekauft und bis zum jüngsten Tag zinsfrei überlassen. Schon im Jahr 2028 wird im unterirdischen Bahnhof der erste Zug erwartet. Scharf ausgebremst auf einem schrägliegenden Bahnhofstrog. Nicht geklärt ist bis heute die Frage, ob die Gleise im Vorfeld jemals abgebaut werden dürfen. Handelt es sich um einen Neubau des Bahnhofs und wenn ja, wird die versprochene Kapazitätserweiterung eintreten? Viele unangenehme Sachverhalte lauern auf die Amtsträger. Ich würde auch die Fliege machen, Herr Schuster. Das haben Sie doch schon geübt, als Ihnen die Gegner 67000 Unterschriften überreichen wollten!
warum er geht
Herr Schuster war kein "Bürger"meister, sondern in den letzten Jahren ein "Bahn"meister. Ich vermute er will nicht verantwortlich sein für das kommende Dilemma, falls S21 gebaut werden sollte. Die Begründung "für die Enkel da sein" zieht einfach nicht; deshalb meine Vermutung - abhauen und dem Nachfolger den Mist hinterlassen.