Ortsputzete auf dem Fasanenhof Feuereifer im Nieselregen

Von Christoph Kutzer 

Rund 300 Kinder haben sich an der achten Stadtteil-Putzete beteiligt. Die Helfer haben dabei einige Kuriositäten aus den Gebüschen auf dem Fasanenhof gezogen.

Erst die Arbeit, dann das Vesper: Etwa zwei Dutzend Säcke Müll haben die Kindergartenkinder und Grundschüler gesammelt – nebst einem Christbaum. Foto: Christoph Kutzer
Erst die Arbeit, dann das Vesper: Etwa zwei Dutzend Säcke Müll haben die Kindergartenkinder und Grundschüler gesammelt – nebst einem Christbaum. Foto: Christoph Kutzer

Fasanenhof - Alte Socken, Windeln, Überreste von Silvesterböllern, Feuerzeuge und Chipstüten füllen den blauen Sack, den Ruben (8) am Freitagvormittag durch den Nieselregen trägt. Gemeinsam mit seiner Klasse beteiligt er sich an der diesjährigen Aktion „Let’s Putz“ auf dem Fasanenhof. Spektakuläre Funde – wie das Bobbycar oder der Backofen aus dem Vorjahr – sind nicht zu verzeichnen. Trotzdem sind die Erst- und Zweitklässler der Fasanenhofschule mit Feuereifer bei der Sache. „Das Wetter ist uns egal“, versichern Sham (9) und Nidal (8), während der achtjährige Baris begeistert erzählt, wie groß die Kugel aus zusammengeknülltem Aluminium war, die er entdeckt hat. Seine gleichaltrige Klassenkameradin Mia verweist auf den Fund eines alten Kamms.

Der Müll wird von Jahr zu Jahr weniger – ein gutes Zeichen

15 Gruppen beteiligen sich an der achten Auflage der Stadteilreinigung, die Günther Joachimsthaler, der Vorsitzende des Bürgervereins Fasanenhof, seit Jahren organisiert. „Es gibt Anzeichen dafür, dass sich das Umweltbewusstsein langsam verändert“, merkt er an, nachdem er die Ausbeute der rund 300 fleißigen Kindergartenkinder und Grundschüler begutachtet hat: Knapp zwei Dutzend Säcke, viele davon bei Weitem nicht voll, gekrönt von einem alten Christbaum, an dem noch das Plastiknetz vom Verkauf hängt. „Bei unserer ersten Aktion waren es 50 Säcke“, erinnert er sich. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Müllvolumen etwa gleichgeblieben.

Treffpunkt der Helfer ist das Jugendhaus. Dort erwartet sie ein kleiner Imbiss. Gerade den Jüngeren ist anzusehen, wie stolz sie sind, etwas geleistet zu haben. Einige bereiten ihren Einsatz regelrecht nach, wie Clemens Kullmann, der Leiter der Einrichtung, berichtet: „Ich habe vorhin mitbekommen, wie sich zwei Jungs darüber unterhalten haben, wie viel Plastik in den Büschen lag.“ Seufzend sammelt Mia eine im Jugendhaushof herumliegende Getränketüte auf und befördert sie in den nebenstehenden Abfallbehälter. Die Botschaft der Putzete scheint angekommen. Bei einigen zumindest.

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