Rechtsextremisten in Göppingen Verletzte bei Protest gegen Neonazi-Demo

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Am Rande der Demonstration Rechtsextremer ist es in Göppingen zu Ausschreitungen mit Verletzten gekommen. Ein großer Teil der nordwestlichen Innenstadt war schon am frühen Vormittag abgesperrt.



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Foto: Horst Rudel

Göppingen - Auch in diesem Jahr sind wieder Menschen verletzt worden, auch in diesem Jahr sind Rechtsextremisten durch Göppingen marschiert und haben ihre Parolen skandiert – doch im Gegensatz zu den Ausschreitungen im vergangenen Jahr scheint die Polizei die Lage diesmal besser im Griff gehabt zu haben: Ein großer Teil der nordwestlichen Innenstadt, vom alten Güterbahnhof über den Zentralen Omnibusbahnhof, die Grabenstraße bis über den Schillerplatz hinaus war schon am frühen Vormittag abgesperrt.

Für die Gegendemonstranten gab es deswegen kaum eine Chance, auch nur in die Nähe der Rechtsextremisten zu kommen. Insgesamt 141 von ihnen waren zu der von den Autonomen Nationalisten, der NPD und den Jungen Nationaldemokraten angemeldeten Demonstration in die Stadt gekommen. Ihnen gegenüber standen Hunderte von Gegendemonstranten.

Sieben Beamte wurden verletzt

Immer wieder gab es Zusammenstöße mit der Polizei, wenn die meist jungen Gegendemonstranten versuchten, die Absperrungen zu überwinden. Laut Polizei flogen Flaschen, Steine und Böller, insgesamt sieben Beamte wurden dabei verletzt. Einige mussten mit Verdacht auf Knalltraumata ins Krankenhaus gebracht werden. Auf der anderen Seite erlitten Demonstranten Verletzungen durch Schlagstöcke und Pfefferspray. Sanitäter bezifferten ihre Zahl auf rund 60.

Die Ankunft der Neonazis in der Stadt war verzögert worden, weil Gegendemonstranten den Bahnverkehr blockierten: Unbekannte hatten westlich von Göppingen bei Reichenbach (Kreis Esslingen) brennende Reifen auf die Gleise gelegt, später lagen Holzpaletten auf der Strecke. Nachdem diese weggeräumt worden waren, stellten sich Gegendemonstranten auf die Gleise. Ein Zug wurde beschädigt, als Unbekannte dessen Fenster mit Steinen einwarfen. Auch der Zugverkehr aus Richtung Ulm endete zeitweise in Göppingen. Neben Polizisten und Gegendemonstranten irrten Menschen in Dirndl und Lederhosen durch die Stadt, die eigentlich auf das Cannstatter Volksfest gewollt hatten.

Übermannshoher Sichtschutz

Jeweils zwischen 30 und 50 Gegendemonstranten wurden derweil von Polizisten an drei Stellen in der Stadt eingekesselt, in der Unteren Marktstraße kurz vor dem Bahnhof, in der Nähe des Schillerplatzes beim Alten Kasten und in der Marstallstraße. Andere Gegendemonstrationen zogen weiter durch die Stadt und versuchten, an die Neonazis heranzukommen. Die Beamten hielten sie mit zweifache Absperrungen in Schach. Vielerorts fungierten übermannshohe Gitter, die mit weißen Folien bespannt waren, als Sichtschutz. Stellenweise wurden auch Mannschaftsbusse der Polizei quer über die Straßen gestellt. „Wir wollten damit verhindern, dass sich die Gruppen gegenseitig aufstachelten“, so der Polizeisprecher Rudi Bauer.

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4 Kommentare Kommentar schreiben

Sogenannte Antifaschisten in GP: Gegen NPD- "Paraden" oder ähnliches zu demonstrieren ist in Ordnung. Aber in den Bahnverkehr erheblich störend eingreifen, Absperrungen überschreiten und Polizisten attackieren scheint mir das Verhalten bestenfalls übler Chaoten und Krawallbrüder zu sein, gegen die zu Recht dementsprechend - also ggf. auch mit Härte - vorgegangen werden muß. Das erwarte ich sogar von den Ordnungskräften!

Verletzte: Jeder Verletzte Polizist und Bürger ist einer zuviel. Wenn ich allerdings von 6o Verletzten in wenigen Stunden in GP lese und die seit 3 Jahren für den 30.9.2010 im Schlossgarten ständig falsch genannte Zahl von 100 Verletzten lesen muss dann ist allein das Verhältnis ein Hinweis, dass es wohl eher 400 unnoetig Verletzte im Schlosspark waren. 400 und 60 zuviel !!

-: Ich finde es bedenklich, dass das Bild über dem Artikel ganz offen die Gesichter der Antifaschisten zeigt. Bitte löschen oder verpixeln !

Freie Meinungsäußerung: Zum Glück leben wir heutzutage nicht in einer Diktatur, sondern in einer Demokratie, wo ein jeder das Recht hat, seine Meinung frei und öffentlich zu verbreiten - solange er/sie nicht gegen die Grundwerte dieser Republik verstoßen. Artikel 5 des Grundgesetzes: Ein jeder hat das Recht seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Und eine Beeinträchtigung des öffentlichen Nah - wie Fernverkehrs, wie auch Gefährdung der darin befindlichen Personen, durch Linksautonome Krawallmacher - entbehrt doch jeglicher Logik. Ganz zu schweigen von dem Angriff auf die Polizeibeamten, welche dementsprechend dann auch reagieren müssen. Und dies ist Folgerichtig. Kein Staat lässt es sich doch bieten, wenn gewaltbereite Chaoten, egal welcher politischer Couleur versuchen, wie auch immer - ihr Unwesen zu treiben.

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