Stuttgart-21-Arbeiten unter der ehemaligen Bahndirektion Ehemalige Bahndirektion schwebt über der Baugrube

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Mit großem Aufwand unterfährt die Bahn bis Herbst 2017 die denkmalgeschützte ehemalige Bahndirektion. Das Haus wird auf Pfähle gestellt, während die Baugrube ausgehoben und der Tunnel für Stuttgart 21 gebaut wird.

Das Gebäude der ehemaligen Bahndirektion soll während der Tunnelbauarbeiten für Stuttgart 21 vorübergehend auf Stützen ruhen. Foto: Michael Steinert
Das Gebäude der ehemaligen Bahndirektion soll während der Tunnelbauarbeiten für Stuttgart 21 vorübergehend auf Stützen ruhen.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Mitte des Jahres will die Firma Züblin mit einem spektakulären Bauschnitt von Stuttgart 21 beginnen: Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Eisenbahndirektion gegenüber dem Nordausgang des Hauptbahnhofs an der Heilbronner Straße wird mit dem Tunnel unterfahren, der vom neuen Tiefbahnhof kommt, sich aufteilt und dann nach Zuffenhausen und nach Bad Cannstatt führt. Dazu wird das mehrstöckige Gebäude versteift, auf Pfählen und später einer Abfangeplatte gelagert, unter der dann die Baugrube für den Tunnel ausgehoben wird.

Dietrich: "Das Thema Abriss ist durch"

Im Endzustand, der im Herbst 2017 erreicht sein soll, sitzt die Platte dann auf der Tunneloberkante. „Die technischen Verfahren, die wir anwenden, sind erprobt, in dieser Größenordnung kenne ich aber kein vergleichbares Projekt“, sagte Ottmar Bögel von der Firma Züblin, der das Projekt am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs des S-21-Kommunikationsbüros vorstellte.

„Das Thema Abriss ist durch“, kommentierte der S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich die Pläne. Wie berichtet, hat die Bahn den hinteren, zur Jägerstraße hin orientierten und als nicht schutzwürdig geltenden Teil der Bundesbahndirektion abgebrochen. Die Bahn hatte außerdem erwogen, auch den vorderen Teil abzureißen, um damit bis zu zwölf Millionen Euro zu sparen. Sie war damit wegen des Denkmalschutzes allerdings bei den Projektpartnern Stadt und Land auf Granit gestoßen. Diese Debatte war wiederbelebt worden, nachdem die Bahn den Abriss eines IHK-Gebäudes an der anderen Seite der Jägerstraße favorisiert hatte. Damit sollte Geld gespart werden, weil die Unterfahrung des Hauses zwar technisch machbar, aber finanziell aufwendig ist. Die Kammer hatte ein Kaufangebot, das 3,8 Millionen Euro betragen haben soll, abgelehnt. „Wir führen weitere Gespräche“, sagte Dietrich dazu.

Um das Bauverfahren festzulegen, prüfte die Firma Züblin zuvor die aktuelle Standfestigkeit des früheren Bahngebäudes, das nun einem privaten Immobilienunternehmen gehört. Dabei kam heraus, dass es mittlerweile den verschärften angenommenen Belastungen eines Erdbeben-Szenarios nicht genügt. Deshalb werden Wände und Decken des Gebäudes von Juni an verstärkt. Gleichzeitig wird das mit einem Balkon versehene Eingangsportal abgebaut. Es wird zwischengelagert und später wieder aufgebaut. Vom Herbst 2014 bis Frühjahr 2016 sollen dann aufwendige Arbeiten erfolgen mit dem Ziel, das gesamte Gebäude zuerst auf Pfähle und dann auf eine bis zu 1,50 Meter dicke Abfangeplatte zu setzen. Darunter wird dann in offener Bauweise der Tunnel gegraben und gefertigt. „In dieser Zeit schwebt das Bauwerk über der Baugrube“, sagte Bögel. Zum Abschluss der Arbeiten wird die Abfangeplatte, auf der das Gebäude dauerhaft steht, dann auf den Tunnel aufgesetzt. Während der Bauarbeiten ist das Gebäude im Übrigen auf Presssockel gelagert, um Setzungen auszugleichen.

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21 KommentareKommentar schreiben

Nur das Gebäude?: Das ganze Murksprojekt ist im Schwebezustand! Hoffentlich stürzt es dann bald ab, damit dieser ganze Spuk ein Ende hat und das Geld sinnvoller verwendet wird, als es in der Erde zu vergraben - oder in die Taschen der Manager zu stecken?

Viel Feind .viel Ehr.: An all meine Fans im Forum "Wem der Schuh passt, zieht ihn sich an." Der eine freut sich wenn ein Garten anlegt wird der andere flippt beim Löchergraben aus. Es gibt seltsame Menschen.

Einig ist sich die Wissenschaft, dass sich die Intelligenz selbst, die Fähigkeit zu verstehen und Lerninhalte miteinander in Beziehung zu setzen, durch Übung nicht gesteigert werden kann. Schade eigentlich.: Sie haben so was von Recht diesbezüglich

Nun, Rolf Hönes, 16:05 Uhr zu den manischen Forenschreibern: darf man Sie ja wohl auch zählen. --- Sie greifen andere also offenbar für das an, was Sie selbst tun.--- Schade eigentlich.

@Dr. Michael Strobel: Bitte mehr Begeisterung!: Herr Dr. Strobel, die "Proler" "kommen nicht aus Ihren Löchern", sie begeistern sich ehrlich an technischen Meisterwerken. --------- P.S.@P.Paul: Welch verrückte Idee aber auch, quer durch den Londoner Untergrund, womöglich noch unterhalb den U-Bahnen, eine Eisenbahnlinie zu bauen!

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