Stuttgart-21-Brandschutz Das Konzept hat Verspätung

Von Thomas Braun 

Der Bahn läuft die Zeit davon: Aktuell liegt das Stuttgart-21-Brandschutzkonzept noch immer nicht vor, das für Juni 2014 angekündigt war. Die Bahn verbreitet dennoch Zuversicht.

Ob das ausstehende  Brandschutzkonzept auch den weiteren Bauablauf für den Stuttgart-21-Tiefbahnhof beeinträchtige, dazu äußert sich das Kommunikationsbüro nicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Ob das ausstehende Brandschutzkonzept auch den weiteren Bauablauf für den Stuttgart-21-Tiefbahnhof beeinträchtige, dazu äußert sich das Kommunikationsbüro nicht.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Nicht nur beim Brandschutz für den Fernbahnhof auf den Fildern, sondern auch beim Brandschutz für den S-21-Durchgangsbahnhof im Talkessel steckt der Teufel im Detail. Der Bahn läuft die Zeit davon, der geplante Eröffnungstermin 2021 wird immer unwahrscheinlicher.

Spätestens seit ein von der Bahn selbst beauftragtes Schweizer Gutachterbüro 2012 das ursprüngliche Konzept des renommierten Brandschutzexperten Wolfgang Klingsch als unzureichend und teilweise nicht genehmigungsfähig beurteilt hatte (die StZ berichtete), war klar: die Bahn muss nachbessern. Weil das aktualisierte Konzept für die sogenannte Ausführungsplanung – also der konkreten Planung, die der Realisierung des Bauvorhabens vorausgehen muss – nun erst im kommenden Jahr fertig gestellt wird und genehmigt werden kann, drohen weitere Verzögerungen bei der Fertigstellung des Projekts. So zumindest hatte es der Brandschutzbeauftragte der Bahn, Klaus-Jürgen Bieger, in einem Zeitungsinterview Ende 2013 prognostiziert. Bieger hatte damals auf die Frage, ob das Brandschutzkonzept für den S-21-Tiefbahnhof den Zeitablauf für das Projekt beeinflusse, wörtlich gesagt: „Unser Zeitplan sieht vor, dass das erweiterte Brandschutzkonzept Ende 2013 fertig ist. Die Fluchttreppenhäuser als integraler Bestandteil müssen allerdings eigens genehmigt werden. Bis Juni 2014 möchten wir dafür vom Eisenbahn-Bundesamt die Genehmigung erhalten. Nur falls wir diese Termine nicht schaffen, könnte es zeitkritisch für den Bauablauf von S 21 werden.“ Mittlerweile neigt sich das Jahr 2014 dem Ende zu, und die Genehmigung steht weiterhin aus. Das S-21-Kommunikationsbüro ist dennoch bemüht, jegliche Zweifel an der offiziell geplanten Inbetriebnahme des Bahnprojekts im Jahr 2021 im Keim zu ersticken. Für die laufenden und anstehenden Arbeiten der Baugrundsicherung, des Aushubs und der Pfahlgründungen seien brandschutzrechtliche Genehmigungen nicht notwendig: „Insofern entsteht derzeit kein Verzug.“ Ob das ausstehende Brandschutzkonzept auch den weiteren Bauablauf beeinträchtige, dazu äußert sich das Kommunikationsbüro nicht. Stattdessen heißt es in einer Stellungnahme lapidar: „Die Bahn wird selbstverständlich bei der Erstellung des Bahnhofstrogs nur Baumaßnahmen ausführen, für die sie die erforderlichen Genehmigungen hat.“

Bahn: Derzeit entsteht kein Zeitverzug

Ein Sprecher verweist darauf, dass dem Eisenbahn-Bundesamt als zuständiger Genehmigungsbehörde sowie den zuständigen Gremien wie dem Arbeitskreis Brandschutz unter Federführung des Regierungspräsidiums alle notwendigen Gutachten und Unterlagen vorlägen. „Die Bahn und der Brandschutzbeauftragte der Bahn, Klaus-Jürgen Bieger, sind deshalb weiter zuversichtlich, die erforderlichen, brandschutzrechtlichen Genehmigungen von der Genehmigungsbehörde absehbar zu erhalten“, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Stuttgarter Zeitung. Tatsächlich sind nach StZ-Informationen mittlerweile sogenannte Teil- und Ergänzungsgutachten zu dem im Auftrag des Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven vom Büro Klingsch erstellten Brandschutzkonzept fertig. Die Expertisen müssen aber in zeitlich aufwendigen Verfahren simuliert, verifiziert und in das Sicherheitskonzept eingearbeitet werden. Die größten Bedenken der Stuttgarter Branddirektion scheinen inzwischen ausgeräumt. Wie berichtet, hat die Bahn bei der Sitzung des S-21-Lenkungskreises im Mai deren Forderung entsprochen und den Einbau einer mit Wasser gefüllten Löschleitung anstelle einer Trockenleitung im Fildertunnel zum Flughafen zugesagt. Auch beim Thema Entrauchung des Tiefbahnhofs ist man sich nähergekommen, bestätigt Branddirektor Frank Knödler. Im ersten Halbjahr 2015, so hofft Knödler, werde die Bahn ihre Pläne präsentieren.

39 Kommentare Kommentar schreiben

---: Lieber Frank, schön zu sehen, wie man den Nerv der S21-Vergötterer in Sachen Termine getroffen hat. Denn es war ja als BESTKALKULIERTESTES UND BESTGEPLANTES BAHNPROJEKT aller Zeiten gepriesen worden. Und wo stehen wir jetzt? Statt daß S21 durch Immolienverkauf sich selbst finanziert, dann bei 2,8 Mrd angefangen hat zu wachsen, sind wir nun bei fast dem 3fachen, ein Ende des Kostenwachstums ist nicht abzusehen. Und geplant wird nun schon seit 20 Jahren, seit 4 Jahren offiziell gebaut und wir sind bei der 17. oder noch mehr Änderung. Tja, und der Katastrophenlauf in Sachen Geologie, Grund- und Mineralwasser beginnt ja erst, dadurch wird S21 in seiner dann lebensgefährlichen Nutzung in Sachen Brandschutz und Gefälle im Tal- wie auch im sog. Filderbahnhof und den übrigen 60 km Tunnels, seiner Unfahrbarkeit im Zusammenhang mit dem Stresstestfahrplan sowie den künftigen Zwangspunkten zur S-Bahn absolut nicht besser. Die Bundesregierung bestätigt ja inzwischen mit der Kleinen Anfrage der Grünen, daß bei S21 ein Kapazitätsrückbau erfolgen wird (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803021.pdf). Nun, BER ist ja auch eine gute Vorlage, wie es bei S21 weitergehen wird. Den Anbeter von S21 viel. viel Spaß bei dem, was sich alles noch ereignen wird. --- Oben bleiben!

@Gisela Müller :::::::: Frau Müller sie haben hier gar keinen Nerv getroffen ,den das was hier schon seit Monaten immer wieder in abwechselnden Beiträgen erscheint ist doch Schnee von Gestern und wieerholt sich nur ständig . -- Vielmeher scheine hier manche User den nerv der gegner getroffen zu haben wenndas thema Storno 21 und der Flopp der Unterschriftenaktion angesprochen wird , wie z.B im Beitrag von Herr Grumme , der mal treffend Eure nie eingetroffenen weisheiten aufzählte !

Storno: ich halte es für keinen Zufall, dass Ihnen, Paul Peter, und Kruse Knut dieses Bürgerbegehren so sehr am Herzen liegt, nicht wahr?

--- : Selbstverständlich hat man mit den Zeitüberschreitungen den Nerv der S21-Proler getroffen. Man spürt auch sehr stark die Nervosität der Bahn in Sachen Filder-Planfeststellung. Denn mit der zu erwartenden Nichterteilung einer Genehmigung von PFA1.3 hängt ja auch der Teil der Schnellstrecke außerhalb der Flughafen-Luxusbahnhöfe zusammen. Auch wenn die Bahn diesen PFA aufteilen will, so verzögert das die Fertigstellung dieser Archillesferse von S21 um weitere Jahre. Die Kritiker von S21 haben schon von Anfang an voraus gesagt, daß sich die Fertigstellung des Projekts auf bis zu 20 Jahre hinziehen kann. 4 Jahre sind seit dem offiziellen Bau-Beginn vergangen und läppische 2,7 km fertiggestellt. Rechnet man zu den noch verbleibenden 60 km einen Faktor, haut das sehr wohl hin. ... 20 Jahre Planung, 20 Jahre Bauzeit - und bis dahin hat der Fernbus (und nun auch die von VVS kreierten Expreßusse) die Anbindung an den Flughafen übernommen und Verkehrsströme verlagert, so daß die Bahnanbindung bis dahin völlig überflüssig ist. Wie wichtig ist da wohl das Ablenkungsmotiv der sich hinschleppenden Bürgerinitiativen für die Pro-Schreiber? - Das Projekt erledigt sich eh' von selbst. --- Oben bleiben!

Ein neuer Wirkungstreffer: "Denn mit der zu erwartenden Nichterteilung einer Genehmigung von PFA1.3 hängt ja auch der Teil der Schnellstrecke außerhalb der Flughafen-Luxusbahnhöfe zusammen." Genau. Das trifft die Befürworter in gleicher Weise, wie die zu von den Gegnern als erwartete Nicht-Genehmigung des erhöhten Abpumpmenge des GWM, die von den Gegnern erwarteten erfolgreichen Klagen dagegen, sowie gegen den Abriss eines Hauses in Gegner-Besitz, die von den S21-Gegnern nicht erwartete Genehmigung der neuen Düker-Bauweise, sowie die von den Gegnern nicht erwartete Baubarkeit des Technik-Gebäudes. Die Befürworter sind schon richtig erschöpft von solchen immensen Wirkungstreffern!

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803021.pdf: das ist zwar interessant und auch ganz nett zu lesen, aber wo da was von kapazitätsrückbau und die bestätigung desselben durch die regierung steht entzieht sich meiner kenntnis.

Frau Theissen, ... : ... gerne helfe ich Ihnen auf die Sprünge. Unter 5. wird angefragt: " Ist der bereits durch die Deutsche Bahn AG (DB AG) begonnene RÜCKBAU der bestehenden Eisenbahninfrastruktur des Kopfbahnhofes in Stuttgart auf aktuell geltender Rechtsgrundlage trotz der Klage der Stuttgarter Netz AG aus Sicht der Bundesregierung zulässig?" Und darauf die Antwort: " Ja, soweit er durch die Planfeststellungsbeschlüsse erfasst wird." ... Nu, hat es nun geschalzt?

geschalzt? nö: sehen sie frau müller. gerne helfe ich ihnen auf die sprünge. die frage lautet (etwas verkürzt): ist der rückbau der bestehenden eisenbahninfrastruktur zulässig? und die antwort lautet ja. da wird nicht gefragt ob die kapazität rückgebaut wird, oder die leistung, sondern ob die infrastruktur rückgebaut wird. das hat ja nie einer angezweifelt, dass die infrastruktur rückgebaut wird. das war ja der plan. infrastruktur rückbauen, neue infrastruktur aufbauen und auf der neuen infrastruktur schneller, besser, komfortabler, qualitativ hochwertiger reisen.

...: ... was ja leider nicht gelingen wird, da ja nachweislich (aufgrund bahneigener Daten) der Stresstestfahrplan unfahrbar ist und die "neue" Infrastruktur lt. Planfeststellung nur auf 32 bis 35 Züge ausgerichtet ist. Auch die PSA ist auf ein Betriebsprogramm von 29 bis 32 Zügen ausgerichtet. Plausibel sind in Deutschland Großstadt-Knotenbahnhöfe mit 4 Zügen pro Stunde und Gleis. Köln wickelt knapp über 4 Züge ab und baut ständig Verspätungen auf. ... Es geht also um einen Rückbau in doppelter Hinsicht: 1. Rückbau der Leistungsfähigkeit des S21-Tiefbahnhofs von 38 auf 32 Züge und 2. Rückbau einer bisher gut funktionierenden Infrastruktur, die jederzeit von anderen Eisenbahnunternehmungen weiterbetrieben werden kann. Ok, Sie haben diesen "Rückbau" in der Anfrage richtig verstanden, aber völlig falsch gedeutet, wie ich mal wieder feststellen kann. ... Die von Ihnen paradiesischen Erwartungen, daß mit der neuen Infrastruktur alles besser, schneller, komfortabler und qualitativ hochwertig werden würde, entpuppt sich leider als LEBENSGEFÄHRLICH (fehlender Brandschutz, Gleisgefälle), umständlich (alles muß über Rolltreppen und Aufzüge nach oben oder unten, für Behinderte und Älteren ein Rückschritt gegenüber dem Kopfbahnhof), genauso langsam bei der Einfahrt (11 Doppelbelegungen, 16 Durchrutschgefahren und 16 Verletzungen der Wiederbelegungszeiten, sprich planmäßige Einfahrt in besetztes Gleis usw.), sehr unkomfortabel wegen fehlender Anschlüsse (kein intergrierter Taktfahrplan möglich) usw. usw. ... Der wissenschaftliche Dienst des Bundestag deutet den § 11 AEG schon entsprechend richtig, daß z. B. der Kopfbahnhof mit der Zulaufstrecke der Gäubahn an interessierte Bahnunternehmen zur Verfügung gestellt werden muß. Es soll ja im Februar gerichtlich entschieden werden, ob die Bahn das Gelände des Kopfbahnhofs zur Verfügung stellen muß. Besser jetzt die Entscheidung, bevor eine der beiden Unternehmungen Geld umsonst verbraten würde. Oder wollen Sie das?

soso: ich habe das völlig falsch gedeutet? nein, sie haben behauptet, dass die anfrage einen kapazitätsrückbau beweise und die regierung das zugibt. das war offensichtlich falsch, deshalb wechseln sie jetzt wieder das thema. wie immer.

Rückbau: : Frau Müller, da haben sie völlig falsche Schlüsse gezogen. Die Entfernung der bestehenden Gleisanlagen des Kopfbahnhofs nach Fertigstellung von S21 ist in der Fachsprache ganz eindeutig ein Rückbau, unabhängig von der Kapazität. Aus der Bestätigung des Rückbaus der bestehenden Infrastruktur lässt sich nur schließen, dass die vorhandene Infrastruktur entfernt wird, ob der Ersatz mehr oder weniger leisten kann, ist dabei völlig unerheblich.

BESTGEPLANT: Frau Müller, Sie schaffens immer wieder, Ihre Standard Litanei abzulassen, erstaunlich. ---------- P.S.: "bestgeplant" würde niemand ernsthaft sagen, auch nicht die DB, da sich der Superlativ nur auf ein einziges Projekt erstrecken kann und die DB bekanntermaßen sehr viele Projekte plant. Bestgeplant impliziert auch, dass im Planungsprozess keine neuen Erkenntnisse mehr möglich sind, was natürlich immer Unsinn ist, vor allem bei der Komplexität von Bauprojekten. Daher gerne ein Verweis auf WikiReal : "Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm ist eines der am besten und umfassendsten geplanten Projekte der DB AG." Oliver Schumacher, DB-Konzernsprecher, und Martin Walden, Leiter Kommunikation DB, Pressemitteilung vom 18.07.2008, häufig verkürzt (= falsch) wiedergegeben und fälschlich Bahnchef Mehdorn zugeschrieben: "Stuttgart 21 ist das bestgeplante und am besten berechnete Projekt der Deutschen Bahn AG." ---------- Fazit: Das "bestgeplant" wurde von den Gegnern frei erfunden und untergeschoben.

---: ""Stuttgart 21 ist das bestgeplante und am besten berechnete Projekt der Deutschen Bahn AG.", so der Sprech eines DB-Korzernsprechers. Wo ist nun der Unterschied? Müssig darüber zu streiten. Nach 20 Jahren Planung und 20 Jahren voraussichtlicher Bauzeit bei nunmehr 17 Änderungen innerhalb von 4 Jahren spricht dieses bestgeplanteste und bestkalkulierteste Projekt aller Zeiten so oder so für sich. --- Oben bleiben!

Terminüberschreitung:: Folgende Termine konnten bislang nicht eingehalten werden: nach der VA -> S21 ist tot und wird jetzt abgewickelt. Nach dem Südflügelabriss -> der Turm wird wegen faulender Eichenpfähle bald umkippen. Nach der Fahrbahnverschwenkung -> jetzt kommt der Verkehrskollaps. Nach der Sperrung Abgang S-Bahn -> nach den Ferien beginnt das grösste Chaos. Und zu guter letzt: Okt 2013 Start Bürgerbegehren -> bis Weihnachten 2013 möchten wir 20.000 Unterschriften haben. Wenn's gut lauft, dann auch früher.....und so langsam nähert sich das Jahr 2015 und noch immer kein Bürgerbegehren. Dabei würd ich ehrlich so gern abstimmen, damit endlich mal klar wird, dass es keine Mehrheit gibt!

Warum sind die Gegner so erpicht auf Termineinhaltung ?? ++: Es ist schon kurios wie den Gegnern die Termineinhaltung von S 21 am Herzen liegt, obwohl man gar nicht will das es gebaut wird !?! ++ Aber das muss man wohl auch nicht verstehen !

S21-Termine: Kann mir einer der Befürworter mal einen Termin nennen, welcher bei S21 bisher eingehalten werden konnte. Bitte einen einzigen. (übrigens, die Lenkungskreissitzungen zählen nicht)

No nix narrisch!: Kommt Zeit, kommt Fahrrad und wenn der Stuttgarter Glück hat, der Brandschutz und danach der einfahrende Zug am neuen Bahnhof. Des wird scho. Ich glaub der Bahn. Ihr etwa hegt Zweifel? Das soll jetzt aber mal einer verstehen. Gruß vom Motzkigele

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