Stuttgart 21 Brandschutz: Entwürfe fertig

Von dud 

Beim umstrittenen Rettungs- und Brandschutzkonzept für den Tiefbahnhof und den Fildertunnel sieht sich die Bahn auf der Zielgeraden. Die beiden Konzepte, an denen es Kritik von Gutachtern und von der Stuttgarter Feuerwehr gab, seien überarbeitet worden.

Der Brandschutz ist bei Stuttgart 21 schon lange ein Thema. Wir dokumentieren die Geschichte des Bahnprojekts in einer Bilderstrecke. Foto: dpa 29 Bilder
Der Brandschutz ist bei Stuttgart 21 schon lange ein Thema. Wir dokumentieren die Geschichte des Bahnprojekts in einer Bilderstrecke.Foto: dpa

Stuttgart - Beim umstrittenen Rettungs- und Brandschutzkonzept für den Tiefbahnhof und den Fildertunnel sieht sich die Bahn AG auf der Zielgeraden. Die beiden Konzepte, an denen es starke Kritik von Gutachtern u nd von der Stuttgarter Feuerwehr gab, seien überarbeitet worden, erklärte Klaus-Jürgen Bieger, der oberste Brandschutzbeauftragte des Konzerns, der seine Arbeit momentan auf die Neubaustrecke Stuttgart–Ulm konzentriere, wie er am Mittwoch sagte. Die aktuellen Entwürfe würden nun an die Feuerwehr übermittelt. Wenn sie dort gebilligt wären, würden die Konzepte beim Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung eingereicht. Dort werde sich erneut ein Gutachter damit beschäftigen.

Stefan Eppinger, Vizechef der Stuttgarter Feuerwehr, bestätigte am Mittwoch, dass ­erste Unterlagen eingetroffen seien. Die Konzepte würden geprüft, eine inhaltliche Bewertung sei noch nicht möglich. Bieger sagte, er gehe davon aus, dass nach Ostern ein abschließendes Gespräch geführt werden könnte. Ein Konfliktpunkt zeichnet sich bereits ab: Bieger verteidigte die geplante sogenannte Trockenleitung im Fildertunnel, die Feuerwehr fordert aber eine Nassleitung, weil die Befüllung mit Wasser zu lange dauere. Auf die Kritik am bisherigen Konzept im Tiefbahnhof setzt die Bahn – wie bereits berichtet – auf acht zusätzliche Treppenhäuser, die zwölf Millionen Euro kosten. Außerdem sollen die Kapazitäten der Löschwasserversorgung für drei Millionen Euro erhöht werden. Weitere große Veränderungen gebe es aber nicht, sagte Bieger.

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50 KommentareKommentar schreiben

Evakuierenden Anzahl: Die Zahl im Pfb1.1 und die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag zur Berechnung stimmen nicht überein. Laut Staatssekretär Ferlemann fehlen 2000 noch zu berücksichtigende Passagiere. A bissle Schwund is immer.

Schlichtung verpasst ?: Die Feuerwehr müsste im Brandfall erst zum Wasserbehälter fahren. Dieser hat keine eigene Pumpe . Und auch keine feste Leitung wo einfach ein Schieber geöffnet wird. Das Wasser fließt dann nicht im freien Fall, sondern abhängig von der Pumpleistung der Feuerwehrpumpe nur mit 2,1Meter pro Sekunde. Leider ist mir unklar ob die sich das Geld für einen eigenen Wasserbehälter sparen, und den Trinkwasserbehälter Jahnstrasse/Kesslerweg anzapfen wollen. Das ganze ist nur ein Beispiel daß die gesetzlichen Vorschriften der Eisenbahn bei jeglichem Schutz versagen. Die Entgleisungen im umgebauten Gleisvorfeld waren streng nach Vorschrift ! Diese Vorschriften haben ihren Ursprung in der Zeit als das EBA zur deutschen Bahn gehörte. In jedem anderen Bereich des täglichen Lebens wurden die Vorschriften weiterentwickelt. Da ist überall ein Sicherheitsabstand zum Havariefall. Eben nur nicht bei der Bahn. Haben Sie mitgekriegt, daß einmalig in Deutschland im Brandfall die Aufzüge als Fluchwege weiterfahren ? Wieso wird in wirklich jedem bundesland von den Berufsfeuerwehren das Abschalten der Fahrstühle verlangt ? Hier sieht man was ein Menschenleben den Bahnhofstieferleger wert ist. Die Gefahr der Hangrutschungen und Dolinen beim GWM oder des irrsinnigen Nachtlärms durchS21 in Untertürkheim bewegt da niemand.

Naiv oder vorsätzlich?: 'die feuerwehr fährt oben oder unten in den tunnel, betätigt dort einen schieber der wasser laufen lässt und bevor die feuerwehr am brandherd ist ist das wasser auch schon da. das wasser in der leitung ist schneller als die feuerwehr.' Ist das einfach infantiler Wunschglaube oder vorsätzliche Irreführung? Die Realität - 45 Minuten ohne Löschwasser - ist sogar in der StZ nachzulesen: Wenn vor dem Löschen die Leitungen zunächst einmal eine Dreiviertelstunde befüllt werden müssten, verliere man bei der Rettungsmaßnahme viel zu viel kostbare Zeit: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-feuerwehr-kritisiert-konzept-der-bahn.3089d1b4-cb3d-4f2b-9884-92b1f6a6fbdc.html

herr bieger: sah, als er seine story von den rettungsaufzügen verkündete, gar nicht glücklich aus und auch nicht wirklich überzeugt von dem, was er da erzählt hat.

stuttgarter einwohner: warum ist mit einer trockenleitung das ding nicht genehmigbar? es gibt viele trockenleitungen in deutschland die alle genehmigt wurden. auch hier ist das möglich. die feuerwehr fährt oben oder unten in den tunnel, betätigt dort einen schieber der wasser laufen lässt und bevor die feuerwehr am brandherd ist ist das wasser auch schon da. das wasser in der leitung ist schneller als die feuerwehr. natürlich wäre es fatal, wenn die feuerwehr erst am brandherd das wasser anfordern könnte, dann warten sie. aber das wasser am tunneleingang aufzudrehen, das geht, das wird auch anderswo gemacht. dass die stuttgarter feuerwehr das nicht will steht auf einem anderen blatt.

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