Stuttgart 21 BUND kritisiert Anhörung

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Die Umweltschutzorganisation BUND hält ihre erst nachträgliche Beteiligung am Genehmigungsverfahren für eine Farce.

Für den Bau der Grundwassermanagementanlage hat die Bahn nochmals umgeplant. Zu diesen geänderten Plänen darf sich nun der BUND äußern. Foto: Zweygarth
Für den Bau der Grundwassermanagementanlage hat die Bahn nochmals umgeplant. Zu diesen geänderten Plänen darf sich nun der BUND äußern.Foto: Zweygarth

Stuttgart - Nachträglich hat die Naturschutzorganisation Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ihre Stellungnahme zur Zentralisierung der Grundwassermanagementanlage in dieser Woche eingereicht. Die vorgeschriebene Anhörung des Umweltverbands holt die Deutsche Bahn gut eineinhalb Jahre nach dem Beginn des Baus der Anlage, die für das Ausheben der Grube des Tiefbahnhofs notwendig ist, nach. Der BUND hatte seine Beteiligung im Dezember 2011 vor dem Verwaltungsgerichtshof erstritten.

Diese nachträgliche Anhörung bezeichnet Berthold Frieß, der Landesgeschäftsführer des BUND, als eine Farce. Schließlich seien die ersten Bäume für den Bau der Anlage, die inzwischen beim ehemaligen Busbahnhof steht, Ende September 2010 gefällt worden. Der Beginn der Arbeiten war von dem viel kritisierten Polizeieinsatz am 30. September begleitet worden. Weitere Bäume seien im Februar gefallen.

Der BUND kritisiert, dass durch die Zentralisierung der Anlage 800 Quadratmeter Parkfläche mehr verbraucht worden seien, als ursprünglich von der Bahn geplant. Wenigstens die bisher wegen Fledermaushöhlen bis Ende des Jahres verschonten Platanen – in denen auch die geschützten Juchtenkäfer zu vermuten seien – sollten nun erhalten bleiben, so der BUND. Eine weitere Forderung hat die Organisation auch noch aufgestellt: Es sollen in der Stadt 100 neue Bäume als Ausgleich für die dem Projekt geopferten gepflanzt werden. Der BUND wünsche sich Standorte im versiegelten Siedlungs- und Verkehrsbereich, nicht in Parkanlagen.

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75 KommentareKommentar schreiben

BUND: Der BUND ist ein Zusammenschluss von Selbstdarstellern geworden. Einfach nur noch peinlich.

Interessierter vom Land-linksgrün beeinflusste Ergüsse?: ...meine Ergüsse seien das Ergebnis jahrelanger grün-linker Indokrination, schreiben Sie. Was für ein Schwachsinn. Bis zum Jahr 2009 habe ich immer CDU/FDP/SPD gewählt. Aber Stuttgart 21 halte ich, wie sehr viele CDU/FDP/SPD-Wähler schon immer, also seit Anbeginn, für idiotisch. Ich hab' mir nicht mal die Mühe gemacht, das grüne Programm und die Aussagen zu S 21 zu studieren. Ich habe 2011 bei der Landtagswahl erstmals Grün gewählt, weil ich hoffte, dadurch einen Beitrag gegen S 21 zu leisten und weil mir die Grünen von allen Parteien -erstmals- noch am wählbarsten erschienen. In Ihrem kruden Weltbild ist wohl jeder linksradikal indoktriniert, der etwas gegen Stuttgart 21 hat. Kennen Sie Herrn Hopfenzitz? Jahrzehntelanger Ur-CDU-Wähler. Kennen Sie Frau Oberpaur? Jahrzehntelange Ur-CDU-Wählerin. Was Sie hier veranstalten, Interessierter vom Land, ist die alte Masche, wer nicht konform ist mit dem Mainstream, ist linksradikal. Dabei vertrete ich echte-soziale Marktwirtschaft, und die verträgt sich nicht mit sinnlosem Steuergeld-Verprassen a la Stuttgart 21. Die etablierten Parteien CDU, FDP und SPD haben mit Stuttgart 21 ihre Seele verloren: Stuttgart 21 ist nicht konservativ, weil es Denkmale und Heimat hemmungslos plattmacht, widerspricht also der CDU-Agenda. Es ist asozial, weil es einige sehr reich macht, viele Fahrgäste bevorzugt, viele zugleich benachteiligt, also im Gegensatz zum sozialen Ethos der SPD. Am schlimmsten ist der Widerspruch bei der FDP: die will doch immer Steuern senken und sinnvoll einsetzen, zugleich überteuerte staatliche Projekte, die unwirtschaftlich sind, verhindern. Auch hier widerspricht Stuttgart 21 dem Programm fundamental. Durch Stuttgart 21 haben sich die etablierten Parteien als käuflich und antimarktwirtschaftlich erwiesen. Ich weise Ihre dümmliche Anschuldigung, linksgrün indoktriniert zu sein, aufs Schärfste zurück. Ich kann selber und unabhängig denken. Ich lasse mich von Nichts Niemandem indoktrinieren. Ich habe eher den Eindruck, daß die meisten Proler in diesem Forum indoktriniert sind von den PR-Agenturen, die die Werbung für S 21 zu verantworten haben und den Lohnschreibern in diesem Forum, die ständig Sprechblasen absondern, die üblichen eisenbahntechnischen und physikalischen Auffassungen Hohn sprechen.

@Erika: Ich möchte im Folgenden die Argumente und Darstellungen etwas entzerren. Fangen wir mit der ersten Aussage von 'Erika' an: 'Da beschreibt ein Forist, hier MIKE, leicht verständlich und mit klarer Logik die heutigen gesellschaftspolitischen Zusammenhänge.'. Klare Logik? Es handelt sich um unbelegte Anschuldigungen. Da ist der Kapitalismus wieder an allem schuld, und es werden Sinnketten erzeugt, die einem Simplizismus entspringen. Es gibt wesentlich mehr Einflüsse als dargestellt wird. _________________________________________________________________ 'die wahrlich nicht zu leugnen sind,' Und da ist es wieder. Der Absolutheitsanspruch der Wahrheit der Gegner. Mittlerweile kann ich darüber lachen, wenn ich ihn sehe, denn er führt meistens zu weiteren Abstrusitäten, wie im nächsten Nebensatz sichtbar: 'und prompt beeilen sich die S21-Lohnschreiber[...]'. Oh je. Wenn ich Geld für diesen Spaß kriegen würde, würde ich wahscheinlich öfter schreiben. Naja, wenn man sich nicht zu helfen weiß, ist es eben eine Verschwörung, nicht wahr? Klar, man muss es sich nur zurecht drücken. ____________________________________________________________ Und zuletzt: 'Gut, dass es noch selber denkende und interessierte Menschen gibt. Danke, MIKE!' Ich möchte diesen Satz korrigieren: 'Gut, dass es nicht mehr selbst denkende Menschen gibt, die alles der S21-Gurus nachbeten. Sonst hätten wir nichts zu lachen! Danke, MIKE!'

Zum BUND: 'Ich trete aus dem BUND aus' - so schreibt Enoch zu Guttenberg, einer von vier Mitbegründern des BUND am 13.05.2012 im Feuilletton der FAZ (kann im Internet heruntergeladen werden). Zu Guttenberg geißelt die Zerstörung von Natur und Landschaftsbild durch Windkraftanlagen und Photovoltaik- 'Untaten' auf den Dächern alter Ortsgefüge. 'Windkraftanlagen sind nicht nur Geländefresser. Sie erfordern nicht nur die Erschließung, also Entwaldung ganzer Höhenzüge.' - War da nicht was mit 160 Bäumen im Mittleren Schlossgarten? 'Sie sind zudem hocheffiziente Geräte zur Vernichtung von Vögeln und Fledermäusen.... Den Fledermäusen lässt bereits der Druckunterschied im Umkreis von Rotoren die Lungen platzen.' Bei S 21 durften die Fledermäuse nicht im Schlaf und 1 (!) Turmfalkenpaar bei einem möglichen Brutgeschäft gestört werden. Dazu noch die Falschbehauptung, Turmfalken seien 'streng geschützt' - diese Kategorie gibt es im Bundesnaturschutzgesetz überhaupt nicht. BUND Baden-Württemberg: 'Landschaftsschutz kann nur ein Unterargument in der Abwägung sein. Schon immer prägte der Mensch massiv seine Umwelt.' Dazu zu Guttenberg: 'Ich wollte, ich könnte derlei Stellungnahmen einem Anfall geistiger Verwirrung zugutehalten. ...Kurz - ich kann mich des fatalen Eindrucks nicht erwehren: Hier geht es nicht um Natur und ihren Schutz. Hier geht es möglicherweise schlicht um Geld.' - 'Und es ging um Geld, als der BUND im Jahr 2003 vor Gericht zog, um gegen den geplanten Windpark in Nordergründe am Wattenmeer zu klagen. Eine der wichtigsten europäischen Vogelrouten war höchst gefährdet. Aber weil es eben um Geld ging, um sehr viel Geld, zog der BUND gegen eine Zahlung von 800.000 Euro des Betreibers sein Klage zurück.' ... Das gleiche Muster, nur mit abenteuerlicheren Beträgen gegen die Emsvertiefung: Klageverzicht des BUND, gütliche Einigung mit dem Betreiber, 9 Millionen Euro an eine Stiftung. So einfach ist das.' ...'Ich kann und werde bei aller Sympathie für alternative Energien meine Hände nicht in eine, und sei es auch nur vage, Nähe zu jenem Geldfass recken, das die Grundbelange des Natur- und Denkmalsschutzes, so wie wir sie damals dachten, korrumpiert.' Anzufügen ist noch, dass den regionalen Verbänden des BUND inzwischen das Geld für sinnvolle Umweltschutzmaßnahmen fehlt, weil es für sinnlose Klagen gegen S 21 und Unterstützung des Aktionsbündnisses verpulvert worden ist. - Ich bin gespannt, ob auch dieser Kommentar der redaktionellen Zensur zum Opfer fällt.

@Erika: Werte Erika, mit Verlaub, dem Beitrag von MIKE kann ich weder Logisches noch Verständliches entnehmen, es hat mit der Verteidigung einer mehrheitlich und mehrfach beschlossenen Infrastrukturmassnahme nichts zu tun. Einzig sein gewählter Betreff trifft auf sein Geschreibsel zu. Sie unterliegen demselben Irrtum wie dieser user oder wie beispielsweise auch Herr Schwab, nämlich der bereits mehrfach gescheiterten Illusion vom treu sorgenden Staat, der seinen Bürgern gerne die Verantwortung für ihr Leben abnimmt. Und in der Konsequenz solchen Denkens hat auch derjenige, der für Sie Verantwortung übernimmt, auch Schuld an jeglicher Unbill, die Ihnen widerfährt. Das erklärt - zumindest für mich und manch andere - warum Sie permanent ein Feindbild brauchen, um glücklich zu sein. Erst Mappus, dann übergangsweise Schuster und zunehmend die Schnarchnase aus Laiz, ersatzweise korrupte, kapitalistische S21-Befürworter. Schaffen Sie den Quantensprung, die Situation aus der Sicht eines Menschen zu beurteilen, der Verantwortung für sich und sein Leben lieber selbst übernimmt ? Was zwingt einen Menschen, jedes Jahr den neuesten Flatscreen-Monitor auf Kredit zu kaufen ? Was treibt die Menschen in die unseligen Shopping-Malls ? Warum müssen Menschen unbedingt substanzlose Facebook-Aktien zeichnen ? Ihre ureigenste Gier, ihr Geltungsbedürfnis. Und wenn das Kind mal im Brunnen liegt, dann soll plötzlich jemand anderes 'schuld' sein. Da wird dann die Miete nicht mehr bezahlt, Schuld sind dann die viel zu hohen Mieten und gierige Vermieter, niemals die Telefongesellschaft, weil ein Smartphone braucht ja heutzutage schließlich jeder. Ergüsse wie die von Ihnen gelobten oder auch die von Herrn Schwab sind lediglich Zeugnis jahrelanger grün-linker Indoktrination, die nur mit dem Ziel erfolgt, Menschen zum willfährigen Stimmvieh abzurichten. Beginnen Sie morgen, Verantwortung zu übernehmen, kaufen Sie keine Fertigpizza, machen Sie Ihre Wunschpizza selber (nicht mit Fertigteig bitte). Achten Sie dabei auf Zusammensetzung und Herkunft der Zutaten. Dann wirds billiger, gesünder und irgendwann besser für alle. Dauerndes Genöle oder ideologische Rechthaberei helfen niemand. Freundliche Grüße vom weiten Land.

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