Stuttgart 21 Projektgegner kritisieren Grüne

Von Markus Heffner 

Winfried Kretschmann, Winfried Hermann und Fritz Kuhn haben Post aus dem Lager der Stuttgart-21-Gegner bekommen, die mit der Haltung der drei Grünen-Politiker offenbar höchst unzufrieden sind.

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Stuttgart - Winfried Kretschmann (Ministerpräsident), Winfried Hermann (Verkehrsminister) und Fritz Kuhn (designierter Stuttgarter Oberbürgermeister) haben dieser Tage Post aus dem Lager der Stuttgart-21-Gegner bekommen, die mit der Haltung der drei Grünen-Politiker offenbar höchst unzufrieden sind. Alle drei hätten sich in jüngster Zeit nicht nur mit Kritik an dem Bahnprojekt zurückgehalten, sondern auch einen Ausstieg aus Stuttgart 21 mit Verweis auf die Verträge und die Volksabstimmung als nicht machbar erklärt.

Die Unterzeichner des offenen Briefs, der Schauspieler Walter Sittler, der ehemalige Bahnhofsvorsteher Egon Hopfenzitz, der Theaterregisseur Volker Lösch und die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig (Linke), sehen das grundlegend anders. Sie fordern einen sofortigen Stopp des umstrittenen Bahnprojekts, für den es zwei juristisch abgesicherte Möglichkeiten gebe: den gesprengte Kostendeckel und den Kapazitätsabbau.

Ein Verweis auf die Volksabstimmung sei nach der von der Bahn eingeräumten Kostenexplosion unglaubwürdig. In der Broschüre der Landesregierung zur Volksabstimmung stehe, dass 4,526 Milliarden Euro als die vom Land mitgetragene Obergrenze festgelegt worden seien. In diesem Bewusstsein hätten die Bürger abgestimmt; zwischenzeitlich hat die Bahn den Kostenrahmen auf 5,6 Milliarden Euro erhöht. Finanziert würden die Mehrkosten letzten Endes durch öffentliche Gelder, die dann anderswo fehlen.

Zudem sehen die Unterzeichner auch die für den Tiefbahnhof angesetzte Kapazitätssteigerung als „widerlegte These“ an. Es gebe nirgendwo auf der Welt einen Durchgangsbahnhof mit acht Gleisen, der annähernd auf die von der Bahn behauptete Leistung in der Spitzenstunde komme. Vielmehr gebe es Beweise, dass Stuttgart 21 zu einem Leistungsabbau führe.

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128 KommentareKommentar schreiben

„facepalmer“ – Aufstand im Wasserglas?: Herr Schwab hat einen Fehler bei der Linienführung des 14er gemacht? Na und, was hat das mit S21 zu tun? Der wird dadurch so oder so noch öfter in seiner Fahrt behindert. .......... Die Toten gab es und die hätte es gerade in den Unterführungen am Charlottenplatz geben können. Nun gab es sie irgendwo anders. Wo ist in der Auswirkung des Unwetters der Unterschied? .......... Das entscheidende Krititerium bei der gepl. Verwirklichung von S21 scheint Ihnen aber immer noch nicht bewußt zu sein: Nach nun fast 20jähriger Planung und einer hohen lautstarken Auslobung mit den Begriffen BESTGEPLANTES, BESTKALKULIERTES BAHNPROJEKT allerZeiten und der jetzigen Pleite, daß man sich in diesen Planungen UND auch noch in der Kalkulation TROTZ VEHEMENTER VORWARNUNGEN verrechnet hat, sollte man von offizieller Seite eben im Umgang so mancher Schlagworte vorsichtiger umgehen. Klar ist auf jeden Fall, daß beim Projekt S21 sämtliche Schüsse rückwarts losgehen. In Sachen Kosten und auch Kapazitätsfragen. .......... Und daß Sie sich fragen, warum Bewohner des Kernerviertels Sorgen um ihre Bleibe machen, zeigt so typisch wie bei allen anderen schreibenden Prolern, wie verharmlosend Sie mit diesem Thema umgehen. Der eigentliche Bau hat noch nicht mal begonnen. Und da sollen die vom Kernerviertel weiterhin gut schlafen können? Nun ja, Hauptsache, Sie können es. – Oben bleiben!

@Aufgeklärter, 19:17 Uhr: Demagogie: 'Ist der Weg des 14er wichtiger wie der sichere Standort der Bewohner des Kernerviertels?' Nichts davon hab ich geschreiben oder folgt daraus. Daher wieder mal pure 'Aufgeklärten'-Demagogie. Sie sind ein Meister des Fehlinterpretierens, Fehlschliessens, Wortverdrehens und Ablenkens. Hoffnungslos! ############################ ____1. 'Jürgen Schwab' hat Falsches behauptet: Es war kein 14er. QED. ____2. Die Toten von 1972 verschweige ich nicht. Jeder, der den Links folgt, kann dort darüber lesen. Auch wo sie starben: 1 im Keller in Heslach, 3 im Keller in der Böblinger Straße, 1 Frau in einem Sturzbach, 1 durch Blitzschlag. Welche dieser Risiken werden durch S21 vergrößert? ____3. „Jürgen Schwab“ kann gerne dieses Unwetter zur Meßlatte machen. Wurde es ja auch in der Planfeststellung. Zitat: PF-Beschluss 1.1, S.370: 'Die Vorhabenträgerin hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass sämtliche Bahnhofseingänge über dem Höhenniveau der umliegenden Straßen- bzw. Verkehrsflächen liegen und dass das anströmende Wasser - wie bereits heute - durch eine Schneise im Mittleren Schlossgarten zwischen dem Zugang Staatsgalerie und dem Bahnhofsgebäude durch das natürliche Gefälle in Richtung Neckar abgeführt werde.' und (ebenda) 'Dennoch wird nicht verkannt, dass auch in Stuttgart lokale Starkniederschlagsereignisse im Ausnahmefall gravierende Auswirkungen haben können, wie das - auch von vielen Einwendern erwähnte - Ereignis Anfang der 70er Jahre beweist. Insofern wird durch das Vorhaben allerdings keine neue Gefahrenquelle geschaffen. Wie das zuständige Tief-bauamt der Landeshauptstadt Stuttgart bestätigt hat, handelt es sich hierbei richtigerweise viel-mehr um ein Bestandsproblem.' Man hat es also bedacht und berücksichtigt. ____4. Was hat das GWM (gebraucht für die Bauzeit!) mit der Unwettersicherheit von S21 'fertig' zu tun? ____5. Wer sollte etwas dagegen haben, wenn die Bahn das GWM umplant und Fehler in der alten Planung korrigiert? ____6. Warum sollten die Bewohner des Kernerviertels nicht mehr in ihren Häusern bleiben und dort gut schlafen können?

„facepalmer“: Ist der Weg des 14er wichtiger wie der sichere Standort der Bewohner des Kernerviertels?: „Dort steht nirgends was von einem '14er'-Uboot ...“. Aber was die Strassenunterführung anbelangt folgendes Zitat: „Wir haben damals mit Toten gerechnet“, ... Alles schlimm genug. An die im Wasser stehenden Strassenbahnen im U-Bahn-Tunnel kann ich mich noch sehr gut erinnern. Die Tunnels waren bis Stöckach gerade mal ein Viertel Jahr im Einsatz. .......... Egal ob 14er oder 4er (letztere fährt schon ewig über Charlottenplatz) und egal ob genau dort oder an anderer Stelle (es gab insgesamt 6 Tote, das verschweigen Sie ja!!!), „Jürgen Schwab“ hat recht, wenn dieses Unwetter eine Meßlatte für den gepl. Tiefbahnhof darstellen soll. Das war sein Hintergrund, daß er dieses Beispiel wählte. .......... Erstaunlich, daß Ihnen bei dem völlig daneben geplanten Grundwasser-Management sich nicht das Fell sträubt. Es geht wahrhaft nicht mehr um Aufklärung, ob der 14er damals und überhaupt über Berliner Platz gefahren ist oder noch fährt, sondern schlicht und einfach darum, ob die Bewohner des Kernerviertels in ihren Häusern bleiben können und noch gut schlafen können, weil diese mit dieser Fehlplanung des GWM hochgradig gefährdet sind. Können SIE diese Bewohner beruhigen? – Ich fürchte nein! – Oben bleiben!

Jürgen Schwab, 22:17 Uhr Unwetter 15.8.1972: ich finde 2 Quellen im Netz: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.katastrophe-in-stuttgart-das-unglueck-kam-aus-dem-nichts.a6298d57-b9a3-48dc-9c7d-96efd3b631dc.html und http://www.von-zeit-zu-zeit.de/index.php?template=thema&theme_id=71. Dort steht nirgends was von einem '14er'-UBoot am Charlottenplatz und Ertrunkenen in der Unterführung darüber(!). Überhaupt fährt der 14er solange ich mich erinnern kann schon immer über Hbf-BerlinerPlatz-ÖsterreichischerPlatz, also garnicht dort vorbei. Ich bitte um ihre Quellen/Aufklärung.

@ Evi Moll: Sie fragen sich treuherzig ' Waren wir Gegner nur nützliche Idioten auf dem grünen Gefährt zur Macht?'. Ich frage Sie: was müssen die GRÜEN noch veranstalten, damit Sie sich diese Frage selbst beantworten können?

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