Stuttgart 21 Sitzblockierer räumen das Feld
dpa/dapd, 20.06.2011 07:45 Uhr
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Polizisten drängen am Montag in Stuttgart Gegner des Bahnprojekts ab, die die Zufahrt zur Baustelle des Grundwassermanagments blockierten. Foto: dapd
Polizisten drängen am Montag in Stuttgart Gegner des Bahnprojekts ab, die die Zufahrt zur Baustelle des Grundwassermanagments blockierten. Foto: dapd
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Stuttgart - Kurz vor Beginn der Verlegung von Rohrleitungen für die Bauarbeiten an Stuttgart 21 haben am Grundwassermanagement campierende Aktivisten ihre Zelte abgebaut. Bevor die Polizei die Straße am Schlossgarten für die Bauarbeiten komplett sperrte, habe man den Demonstranten die Gelegenheit gegeben, ihre Sachen wegzubringen, sagte Polizeisprecher Stefan Keilbach am Montag.

Eine erneute Sitzblockade hatte sich zuvor rasch aufgelöst. Bis zu 100 Menschen hatten nach Angaben der Polizei mehreren Baufahrzeugen die Einfahrt zur Baustelle am Hauptbahnhof verwehrt. Ein Großteil der S21-Gegner folgte dem Aufruf der Polizei, die Einfahrt am Südflügel zu räumen. Acht Demonstranten widersetzten sich, wurden weggeführt und angezeigt. Sie wurden außerdem mit einem Aufenthaltsverbot für den Bereich am Grundwassermanagement belegt, wie Polizeisprecher Stefan Keilbach sagte. Der Einsatz sei „insgesamt ruhig und besonnen“ abgelaufen.

Nach Einschätzung des Parkschützer-Sprechers Matthias von Herrmann hatte die Polizei ein deutlich größeres Aufgebot als üblich eingesetzt. Laut Keilbach war die Polizei mit einem höheren Aufgebot zugegen, da man sich angesichts der beginnenden Rohrverlegung auf mehr Aktionen eingestellt hatte. Für den Abend war eine Demonstration mit anschließender Menschenkette geplant.

Die Bahn bereitet aktuell den Aufbau von 17 Kilometer langen Rohrleitungen zur Grundwasserableitung vor. Das Leitungsnetz ist Bestandteil der Anlage, die Grundwasser aus der Baugrube für „Stuttgart 21“ abpumpen, reinigen und dann an anderen Stellen wieder in den Boden einleiten soll.

Geißler rechnet mit Befriedung durch Volksabstimmung

Innenminister Reinhold Gall (SPD) sagte indes, dass man zwar einen erneuten Einsatz von Wasserwerfern vermeiden wolle, er dies aber nicht ausschließen könne. Innenminister Reinhold Gall (SPD) kündigte an, trotz der gespaltenen Haltung der Landesregierung zu „Stuttgart 21“ und gegen den Widerstand der Demonstranten der Bahn das Baurecht selbstverständlich zu ermöglichen. Es sei Aufgabe des Staates, Recht zu Recht zu verhelfen, sagte Gall der „Süddeutschen Zeitung“.

Der Schlichter im Konflikt um „Stuttgart 21“, Heiner Geißler, hält eine Realisierung des Projekts bei maßgeblichen Kostensteigerungen für unwahrscheinlich. „Die Mittel des Bundes und der Bahn sind beschränkt. Einen Weiterbau um jeden Preis wird es wohl nicht geben können“, sagte Geißler der „Süddeutschen Zeitung“. Der ehemalige CDU-Generalsekretär moderiert am 14. Juli die Präsentation des Stresstests.

Mit einer erneuten Schlichtung rechnet Geißler nicht, da es im Herbst nach Vorstellung der neuen Landesregierung eine Volksabstimmung über das Projekt geben soll. „Sie wird eine Eskalation stoppen und zur Befriedung beitragen.“

 

 

Kommentare (59)
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JUN
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Karl Heinz Siber, 19:20 Uhr

@ Willi Wut

Kretschmann hat nicht gesagt, Stuttgart 21 sei nicht mehr zu stoppen. Da können Sie noch so rumdeuteln. @ Bürger 32828: Wenn B-W aussteigt, wird S21 natürlich nicht weitergebaut. Ihre Annahme, dass dann alles bruchlos weiterginge, ist reines Wunschdenken. Träumen Sie weiter.

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JUN
20
Hässner, 18:20 Uhr

Bäume in der Stadt

@ von außerhalb: Die Antworten auf Ihre (teilweisen Suggestiv-)Fragen würden ganze Bände füllen. Zum Thema: Alte Bäume fällen und neue Bäume pflanzen nur folgendes: Die Funktionen eines Baumes sind sehr vielseitig. Einerseits sorgt der Baum mit seinen Fähigkeiten für ein angenehmes Klima da er in der Lage ist die Luft zu kühlen und die relative Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die Absenkung der Temperatur beruht dabei auf den Wärmeverbrauch der durch die Wasserverdunstung des Laubes erzielt wird, nicht durch die Schattenwirkung der Krone. Auch als Luftreiniger betätigt sich der Baum da er in der Lage ist Schwebstoffe aus der Luft zu filtern. Bäume entgiften dabei durch Oxidation in ihrem Stoffwechsel die Luft. Das Leistungsvermögen der Luftreinigung ist je nach Baumart und Alter (!) des Baumes unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Krönung der Leistungsfähigkeit eines Baumes ist die Fähigkeit, Sauerstoff zu bilden. Gerade in den oftmals eher baumfeindlich gestalteten Städten entstehen absolute Spitzenwerte an Abgaskonzentrationen bei austauscharmen Wetterlagen. Dadurch wird die Zufuhr von Luft aus höheren und somit sauerstoffreicheren Luftschichten minimiert. Diesem städtischen Klimaproblem wirkt der Baum mit seiner Fähigkeit entgegen, indem er für die notwendige Zufuhr von Sauerstoff sorgt. Rechnet man die Leistung eines Baumes in errechneten Währungseinheiten (Euro) um auf den gesamten Waldbestand, also die gesamte Waldfläche Deutschlands mit 1,36 Mrd. Bäumen oder umgerechnet 3,4 Mrd. Festmeter Holz, ergibt sich ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 3.528.819.200.000,- Euro. Etwas mehr als 3,5 Billionen Euro. Zum Vergleich: das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands im Jahre 2008 betrug knapp 2,5 Billionen Euro. Damit leistet der deutsche Wald eine Billion Euro mehr pro Jahr an volkswirtschaftlichem Nutzen als die gesamte deutsche Industrie, alle Dienstleistungsunternehmen und alle Arbeitnehmer zusammen. Weiterhin ist noch zu sagen, dass es mehrerer Hundert (!) junger Bäume bedarf, um einen alten Baum zu ersetzen.

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JUN
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Matthias, 17:32 Uhr

Mit ein bisschen Abstand..

muss man doch sagen, dass sich die Blockierer anstaendig verhalten haben. Das sollte man auch honorieren. Ich finde auch die Aussagen ueber die angeblichen Rentner, die da stehen, nicht in Ordnung. Der Bahnhof wird fuer alle gebaut. Wobei ich natuerlich verstehen kann, dass ein 60jaehriger seine Schwierigkeiten hat, ein 10 Jahresprojekt toll zu finden. Zu Kretschmann gestern bei Anne Will kann man nur sagen, dass er sich in guter Tradition der MPs Teufel und Oettinger befindet. Das war und ist immer etwas zum Fremdschaemen. Am Ende entscheidet aber die Leistung und nicht die Rede.

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