Stuttgarter Fernsehturm Der Turm zu und viele Fragen offen

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OB Fritz Kuhn berichtet am Dienstag im Umwelt- und Technikausschuss über die Schließung des Fernsehturms. Bei der Feuerwehr kritisiert man unterdessen die Informationspolitik der Stadtverwaltung.

Im Technikausschuss spricht am Dienstag OB Kuhn über die Schließung. In unserer Bilderstrecke zeigen wir Orte in Stuttgart, an denen der Fernsehturm präsent ist. Foto: dpa 9 Bilder
Im Technikausschuss spricht am Dienstag OB Kuhn über die Schließung. In unserer Bilderstrecke zeigen wir Orte in Stuttgart, an denen der Fernsehturm präsent ist.Foto: dpa

Stuttgart - An seinem 99. Amtstag als Oberbürgermeister berichtet Fritz Kuhn (Grüne) im Umwelt- und Technikausschuss über das Thema, das das beherrschende seiner 100-Tage-Bilanz ist: über die Schließung des Fernsehturms. Das Wahrzeichen ist am Dienstag seit 20 Tagen geschlossen.

In dieser Zeit ist zwar viel diskutiert worden über die fehlenden Fluchtwege aus dem Turm und über das Konzept zur Brandvermeidung in Kanzel und Schaft. Aber es fehlen noch etliche Antworten zum Ablauf der Schließung und zur Kommunikation in der Karwoche, als die Entscheidung überraschend verkündet wurde.

Am 99. Amtstag muss der OB die Entscheidung erklären

Ob Kuhn, der eine umfassende Aufarbeitung der „Brandschutzgeschichte“ versprochen hat, dabei schon sagen kann, warum die Frage nach den fehlenden Rettungswegen in den vergangenen 57 Jahren nie so rigoros beantwortet wurde wie nach der Brandschutzschau in diesem Frühjahr, wird sich zeigen. Denn wie der Oberbürgermeister im Interview mit der Stuttgarter Zeitung sagte, ist das Hauptproblem das Feuer im Schaft.

Dabei stellt nicht nur der Rauch ein Problem dar, weil das Treppenhaus gegen diesen nicht abgeschottet ist. Auch die Hitze, die dabei entstehen kann, ist eine Gefahrenquelle. Schließlich seien die Treppe und die Aufzugseile aus Stahl und könnten irgendwann nachgeben, wenn es zu heiß würde. Damit wären die Rettungswege abgeschnitten, auch nachdem der Rauch abgezogen ist. Zudem gilt die Treppe als zu schmal und zu steil, um als Fluchtweg zu zählen.

Dass es im Schaft brennen könnte, hatte der Feuerwehrchef Frank Knödler in der vergangenen Woche bestätigt. Zwar seien viele Kabel mit schwer entflammbaren Materialien ummantelt, aber längst nicht alle. Schmelzen diese, entstehen giftige Dämpfe.

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10 KommentareKommentar schreiben

@ Holger B., 10:37 Uhr Provinz: Der Titel 'langweiligster und farblosester Bürgermeister' ist leider noch auf Jahrzehnte für EX-OB Schuster reserviert! Fritz Kuhn hat wie jeder andere Neuling auch den Anspruch sich einzuarbeiten und die Strukturen zu sortieren. Seine Entscheidung den Fernsehturm zu schließen war mutig, richtig und überfällig. Ihre Kritik in der Sache ist nicht nachvollziehbar. Wenn sie Kuhn persönlich nicht leiden können, ist das ihr Problem. An der richtigen Entscheidung des OB ändert es nichts.

warum ?: haben die vor Kuhn verantwortlichen Bürgermeister die Folgen des unsicheren Brandschutzes nicht verfolgt ? warum haben diese den Turm nicht schon längst geschlossen ? warum werden diese nicht von der StZ dazu befragt ?

Brandschutz: Auch der Brandschutz im Bahnhofsturm ist mehr als bedenklich. Im Brandfall eine Mausefalle. Sollte genauso geschlossen werden.

Provinz: Irgendwann wird jemand die (berechtigte) Frage stellen, ob das Chaos nicht vom Kopf ausgeht. Kuhn sagt, er wäre entscheidungsstark und hätte keine Wahl gehabt. Offenbar hat er aber noch nicht mal die Kraft eine Entscheidung von einfachen Sachbearbeitern im Baurechtsamt kritisch zu hinterfragen. Kuhn hat groß getönt, er würde Stuttgart nach außen nun im neuen Licht erscheinen lassen. Kehrwoche, Maultaschen und eine Stadt, welche nach Jahren ihr Wahrzeichen sperrt: Kuhn ist schneller in der Provinz angekommen, als er dachte. Er selbst handelt sogar schon provinziell - der Anpassungsprozeß läuft schon. Wir werden den farblosesten Bürgermeister seit Jahren erleben.

Die Feuerwehr kritisiert, dass sie zu wenig Informationen hat: Ich bekomme langsam den Eindruck, dass Herr Kuhn ein Aktionist und oberflächlich ist. Sollte dies nicht so sein, möge er dies bitte widerlegen.

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