Stuttgarter Fernsehturm Der Turm zu und viele Fragen offen

Christine Bilger, 16.04.2013 07:34 Uhr

Stuttgart - An seinem 99. Amtstag als Oberbürgermeister berichtet Fritz Kuhn (Grüne) im Umwelt- und Technikausschuss über das Thema, das das beherrschende seiner 100-Tage-Bilanz ist: über die Schließung des Fernsehturms. Das Wahrzeichen ist am Dienstag seit 20 Tagen geschlossen.

In dieser Zeit ist zwar viel diskutiert worden über die fehlenden Fluchtwege aus dem Turm und über das Konzept zur Brandvermeidung in Kanzel und Schaft. Aber es fehlen noch etliche Antworten zum Ablauf der Schließung und zur Kommunikation in der Karwoche, als die Entscheidung überraschend verkündet wurde.

Am 99. Amtstag muss der OB die Entscheidung erklären

Ob Kuhn, der eine umfassende Aufarbeitung der „Brandschutzgeschichte“ versprochen hat, dabei schon sagen kann, warum die Frage nach den fehlenden Rettungswegen in den vergangenen 57 Jahren nie so rigoros beantwortet wurde wie nach der Brandschutzschau in diesem Frühjahr, wird sich zeigen. Denn wie der Oberbürgermeister im Interview mit der Stuttgarter Zeitung sagte, ist das Hauptproblem das Feuer im Schaft.

Dabei stellt nicht nur der Rauch ein Problem dar, weil das Treppenhaus gegen diesen nicht abgeschottet ist. Auch die Hitze, die dabei entstehen kann, ist eine Gefahrenquelle. Schließlich seien die Treppe und die Aufzugseile aus Stahl und könnten irgendwann nachgeben, wenn es zu heiß würde. Damit wären die Rettungswege abgeschnitten, auch nachdem der Rauch abgezogen ist. Zudem gilt die Treppe als zu schmal und zu steil, um als Fluchtweg zu zählen.

Dass es im Schaft brennen könnte, hatte der Feuerwehrchef Frank Knödler in der vergangenen Woche bestätigt. Zwar seien viele Kabel mit schwer entflammbaren Materialien ummantelt, aber längst nicht alle. Schmelzen diese, entstehen giftige Dämpfe.