ExklusivStZ/SWR-Umfrage vor der Landtagswahl AfD liegt im Land bei acht Prozent

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Der Zuspruch für die AfD steigt weiter. Zwischen Grün-Rot und Schwarz-Gelb bahnt sich einer aktuellen Umfrage von StZ und SWR zufolge ein Patt an. Auch einer der Spitzenkandidaten wird sich über sein Ergebnis nicht freuen.

Hoch im Kurs, aber ohne Mehrheit: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Foto: dpa
Hoch im Kurs, aber ohne Mehrheit: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)Foto: dpa

Stuttgart - Die Mehrheit der Menschen im Land traut Politik und Behörden nicht zu, die mit der Flüchtlingsfrage einher gehenden Probleme zu lösen. In der Konsequenz profitiert die AfD von dieser politischen Stimmung; sie würde acht Prozent der Stimmen bekommen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre.

Dadurch hätten weder die amtierende grün-rote Landesregierung eine Mehrheit, noch Schwarz-Gelb aus dem Oppositionsblock. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage von Infratest-Dimap im Auftrag der Stuttgarter Zeitung und des SWR drei Monate vor der Landtagswahl.

53 Prozent der Befragten glauben, dass die Landesregierung und die Landesbehörden die Flüchtlingssituation weniger gut oder gar nicht im Griff haben.

Diese Einschätzung schlägt aber nicht auf die Zufriedenheit mit der Regierung und mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) durch. Nach wie vor sind 60 Prozent der Befragten mit Grün-Rot zufrieden; das ist sogar ein Punkt mehr als bei der letzten Umfrage vor drei Monaten. Der Regierungschef kann seine Popularität weiter ausbauen: 69 Prozent der Befragten sind mit ihm zufrieden – zwei Prozentpunkte mehr als im September. Die Meinungsforscher folgern daraus, dass vor allem die Bundespolitik bei der Flüchtlingsfrage „in die Pflicht genommen wird“.

Nur leichte Bewegung

Bei der Sonntagsfrage zeigt sich leichte Bewegung – zu Ungunsten von CDU und Grünen, zur Freude von SPD und – vor allem – der AfD. Die CDU bleibt mit einem Anteil von 37 Prozent die stärkste politische Kraft im Land, verliert gegenüber der September-Umfrage aber zwei Prozentpunkte. Bei der Landtagswahl 2001 hatte die Union 39 Prozent geholt. Die Grünen büßen im Vergleich zum September einen Punkt ein und würden 25 Prozent erhalten; gegenüber der Landtagswahl 2011 wäre das ein Zugewinn von 0,8 Prozentpunkten.

Die SPD kann sich gegenüber September um einen Punkt auf 18 Prozent verbessern; im Vergleich zur Landtagswahl wären das aber immer noch 5,1 Punkte weniger. Die FDP bleibt bei fünf Prozent stabil, gegenüber 2011 wären das 0,3 Prozentpunkte weniger. Die AfD kann im Vergleich zur Septemberumfrage drei Punkte zulegen und käme auf acht Prozent.

Die Umfrage zeigt gefestigte Trends: Winfried Kretschmann genießt weiter auch außerhalb seines politischen Lagers hohes Ansehen, selbst bei AfD-Anhängern und ausgesprochenen Nichtwählern. 69 Prozent von allen Befragten sind mit dem Regierungschef zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Genauso viele sind es unter den CDU-Anhängern. Bei SPD-Sympathisanten kommt Kretschmann auf 84 Prozent Zustimmung im Grünen-Klientel gar auf 94 Prozent. 79 Prozent der FDP-Anhänger können ganz gut mit Kretschmann leben, selbst 50 Prozent der AfD-Fans und 54 Prozent der bekennenden Nichtwähler.

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Kretschmanns Herausforderer Guido Wolf (CDU) hat dagegen bei den Befragten nur 25 Prozent Zustimmung. Fast zwei Fünftel von ihnen gaben an, Wolf gar nicht zu kennen. Wolf hat bei Unionssympathisanten mit 45 Prozent Zustimmung einen niedrigeren Wert als Kretschmann (69 Prozent). Mit dem stellvertretenden Regierungschef und SPD-Spitzenkandidaten Nils Schmid sind insgesamt 37 Prozent zufrieden, das sind vier Punkte weniger als vor drei Monaten. Im eigenen Lager schafft Schmid 55 Prozent Zustimmung; das ist weniger als bei den Grünen-Sympathisanten, die ihn zu 57 Prozent in Ordnung finden. Die Zufriedenheitswerte der FDP-Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke leiden unter seiner geringen Bekanntheit. 13 Prozent der Befragten gaben an, mit Rülkes Arbeit zufrieden zu sein, 18 Prozent sind es nicht, 66 Prozent konnten mit dem Namen Rülke nichts anfangen.

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14 KommentareKommentar schreiben

Taktik: Eine Mögliche Taktik von Frau Merkel könnte sein: das politische Spektrum durch einen Wahlerfolg der AfD zusammen zuschieben um Schwarz -Rot zu erzwingen. SO verhindert sie nämlich, dass 2017 im Bund eine glaubhafte altenative zu ihr existiert.

Boris Bogunovic: Ein seltsamer Rat. Man solle die Grünen wählen, um die AFD zu verhindern. Die AFD war auf Grund ihrer eigenen Politik eigentlich politisch tot. Angela Merkel hat sie mit ihrer verheerenden Flüchtlingspolitik wieder belebt. Und sie werden in den Landtag einziehen. Man kann nur sagen: hoffentlich. Damit alle anderen Parteien endlich aufwachen. Einschließlich der Grünen. Das Boot ist nie voll, gell Herr Ministerpräsident. Grün-Rot ist Geschichte. Und das ist auch gut so. Sie hatten in keiner Umfrage seit der Wahl 2011 eine eigene Mehrheit. Kretschmann kann sich künftig mehr um seine Enkel kümmern.

Grün-Rot ist Gegenwar, werter Herr: "Geschichte" ist nur etwas, was in der Vergangenheit liegt. Oder betrachten Sie den gegenwärtigen Flüchtlingszustrom als "Geschichte" ?

Übel?: Ich sehe es als ein ganz bescheidenes Zeugnis an, was der Bürger hier nun der Politik bietet. Der Glaube verloren, die Zuversicht geschwunden. Das ist es nun, was den Bürger entgleisen lässt. Ein Denkzettel allemal, nur ob es gut ist, wird sich weißen. Der Kurs, der momentan halt vom deutschen Kapitän Merkel genommen wird, fphrt halt direkt zum Desaster. Auch die EU-Nachbarstaaten werden noch ihren Unmut zu Ausdruck bringen. Sorry, aber ein Seehofer hat Recht! Die Merkel ist für mich im handeln definitiv entgleist! Gruß vom Motzkigele

Eines ist ja wohl klar: Wer sowohl den Einzug der rechtspopulistischen AfD in unseren sauberen Landtag verhindern als auch eine große Koalition verhindern will, der kommt nicht umhin, die Grünen zu wählen. Diese Aussage von mir können Sie durchannalysieren wie Sie wollen, Sie werden zu keinem anderen Ergebnis kommen.

da haben wir also die wahl: zwischen typhus und cholera

Linke?: Wie so ziemlich immer bei StZ wird das Ergebniss der Linken (immerhin eine Partei die im Bundestag ist, in zig Landtagen, und einen Ministerpräsidenten stellt) einfach mal verschwiegen...

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