Tübinger Straße Viele Autos im Parkverbot

Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 09.11.2012 11:08 Uhr
Viele Autofahrer halten die Aufenthaltsflächen an den Seiten allerdings ganz selbstverständlich für ihnen zustehende Parkplätze. Joachim Elser, Leiter der Verkehrsüberwachung im Ordnungsamt

Stuttgart - Der erst am vergangenen Wochenende eröffnete verkehrsberuhigte Bereich auf der Tübinger Straße wird bereits intensiv genutzt – vor allem als illegaler Parkplatz. In der so genannten Shared-Space-Zone zwischen der Querspange und der Sophienstraße gilt ein Parkverbot. Doch das kümmert viele Autofahrer nicht. Dass in dem 800 Meter langen Abschnitt der Tübinger Straße auch Tempo 20 vorgeschrieben ist, haben viele noch nicht erkannt – trotz der entsprechenden Schilder.

„In dem zum Stadtraum umgewandelten Straßenabschnitt besteht ein Parkverbot, damit der Verkehrsraum für alle Nutzer überschaubar bleibt“, sagt Joachim Elser, Leiter der Verkehrsüberwachung im Ordnungsamt. Die Tübinger Straße sei zu eine Mischverkehrsbereich ohne Schilderwald umgestaltet worden, in dem alle Verkehrsteilnehmer, egal ob Fußgänger, Rad- oder Autofahrer, gleichberechtigt unterwegs seien. Der Straßenzug hat sich in eine offene Fläche mit mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer verwandelt. Zwischen Baumreihen laden Bänke zu einer Verschnaufpause ein. Und Radler können ihr Gefährt an einem der zahlreichen Parkbügel anschließen.

Bis zu acht Kontrollen am Tag

„Der neue Stadtraum wird von den Fußgängern schon sehr gut genutzt“, stellt Elser erfreut fest. Doch die breiten Pflasterbänder zu beiden Seiten des Fahrstreifens seien auch sehr begehrte Stellplätze. „Viele Autofahrer halten die Aufenthaltsflächen an den Seiten allerdings ganz selbstverständlich für ihnen zustehende Parkplätze. Deshalb wird der Shared-Space-Abschnitt von uns bis in die Abendstunden achtmal am Tag kontrolliert.“ Ein Falschparker werde dort mit mindestens 15 Euro zur Kasse gebeten. „Wer dort länger steht und andere behindert, muss mit bis zu 35 Euro rechnen“, präzisiert Elser.

Auch an Tempo 20 haben sich die meisten Autofahrer noch längst nicht gewöhnt. Auch Streifenwagen, Taxis und so mancher Radfahrer sind an diesem Donnerstagmorgen zu schnell unterwegs. „Wehret den Anfängen“, kommentiert Elser das Geschehen. „Es wird auch Tempokontrollen zwischen der Sophienstraße und der Querspange geben“, kündigt er an.

Parkproblem war bereits Thema im Bezirksbeirat

Auch die Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle erwartet, dass der vor allem für Fußgänger attraktiv gestaltete Stadtraum konsequent geschützt wird. Das Problem mit den vielen Falschparkern sei bereits am Montag im Bezirksbeirat Mitte zu Sprache gekommen. „Hier ist aber nicht nur die Stadt gefordert“, so Kienzle. „Auch die in dem verkehrsberuhigten Bereich ansässigen Geschäfte sollten Kunden darauf hinweisen, dass vor der Eingangstür nicht geparkt werden darf.“

 
 
Kommentare (24)
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11
bekien, 10:32 Uhr

Zukunftsplanung?

Bei mir steht mein Pferd auf dem Flur! Die Apfelernte dient dann zur Stromgewinnung und mein Onkel ist der Tarzan! Gut so? Junge, habt ihr hier nen Hau!

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11
Rosana (Autorin), 10:07 Uhr

verkehrsberuhigte Zone

Autofahrer oder auch Autofahrerinnen verstehen den Begriff 'verkehrsberuhigte Zone' wohl so, dass man da nicht fahren darf, also muss man das Auto abstellen.

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10
Frank, 13:22 Uhr

@ProAuto

Sie sagen also, weil wir von der Automobilindustrie leben, müssen wir unseren Lebensraum immer lebensfeindlicher gestalten? Die meisten Autobauer haben mit einem anderen Produkt angefangen - dem Fahrrad. Es fand also immer schon eine Evolution statt. Für die Autobauer ist es höchste Zeit ihr über 100 Jahre altes Produkt weiter zu entwickeln. Zudem überlebt das Auto nur durch hohe Subventionen. Es ist wahrlich kein Produkt auf das wir noch stolz sein könnten. Und immer weiter nach freien Märkten zu schreien, fördert die Evolution nicht gerade wie wir in den letzten 20 Jahren gesehen haben. Die Politik setzt nun hoffentlich weiter die Akzente um eine dringend nötige Evolution anzustoßen.

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