VfB Stuttgart Der Tanz auf drei Hochzeiten geht weiter

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Durch den 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln zieht der VfB Stuttgart ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Damit kann der Verein mit einem guten Gefühl den Weihnachtsurlaub antreten. Die Partie in der StZ-Analyse.

So sehen Sieger aus: Martin Harnik (links) jubelt mit Christian Gentner, der den VfB Stuttgart gegen Köln in Führung gebracht hat. Foto: dapd 30 Bilder
So sehen Sieger aus: Martin Harnik (links) jubelt mit Christian Gentner, der den VfB Stuttgart gegen Köln in Führung gebracht hat.Foto: dapd

Stuttgart - Es ist das letzte Bild des alten Fußballjahres. Der Trainer Bruno Labbadia umarmt seinen Assistenten Eddy Sözer. Der Manager Fredi Bobic steht daneben und bläst die Backen auf. Es herrscht Erleichterung. Durch einen glücklichen 2:1 (2:0)-Sieg gegen den 1. FC Köln erreichte der VfB Stuttgart das Viertelfinale im DFB-Pokal. „Wir sind froh, dass wir uns ins Ziel gerettet haben“, sagt Bobic.

Damit kann der Verein mit einem ziemlich guten Gefühl den Weihnachtsurlaub antreten, der für die Spieler bis zum 3. Januar dauert. Einen Tag später bezieht die Mannschaft schon ein Trainingslager in Belek, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten, die am 19. Januar mit der Partie in Wolfsburg beginnt. Der VfB startet als Tabellenneunter in den zweiten Teil der Bundesligasaison – hinter solchen Außenseitern wie Eintracht Frankfurt, dem SC Freiburg und Mainz 05, aber auch noch mit allen Möglichkeiten, den Anschluss an die Spitzengruppe herzustellen.

In der Europa League hat der Club die Gruppenphase überstanden, wenn auch nur mit großer Mühe und der klar schlechtesten Bilanz aller sieben international vertretenen deutschen Vereine. Die Auslosung für die nächste Runde findet heute (14 Uhr) statt. Immerhin hat der VfB da seine Pflicht erfüllt – wie im DFB-Pokal, wo die Mannschaft jetzt nur noch zwei Siege benötigt, um ins Endspiel in Berlin einzuziehen. Im Viertelfinale empfängt das Team den VfL Bochum. Das sind dann alles in allem recht schöne Aussichten für 2013.

VfB kam in der Anfangsphase nur schwer auf Touren

Auf dem Weg nach Berlin wurde der Zweitligist aus Köln nicht zum Stolperstein – trotz der Personalmisere des VfB mit mehreren verletzten Spielern. Dafür war Gotoku Sakai wieder dabei, dessen Sperre nur für die Bundesliga gilt. Für den Verteidiger aus Japan musste der junge Antonio Rüdiger weichen, obwohl er beim 1:3 am Samstag in Mainz eine überzeugende Leistung geboten hatte. Zudem rückten Cristian Molinaro für Arthur Boka und Shinji Okazaki für Raphael Holzhauser ins Team.

So wollte Labbadia die Offensive stärken, um den ersten Heimsieg nach 13 erfolglosen Jahren gegen Köln zu landen. Allerdings kam der VfB in seinem bereits 28. Saisonpflichtspiel nur schwer auf Touren. In den ersten 20 Minuten gab es keine einzige prickelnde Strafraumszene. Der VfB fand kaum einmal ein Mittel gegen die effektive Raumaufteilung der Kölner.

So führte auch eine Zufallsproduktion zur ersten Stuttgarter Gelegenheit. Nach einer abgefälschten Flanke von Okazaki scheiterte Vedad Ibisevic mit einem Kopfball an dem Torhüter Thomas Kessler (22.). Das war jedoch das Signal für den VfB, der seine Bemühungen in der Vorwärtsbewegung verstärkte. Den Lohn erntete er, als der freistehende Christian Gentner nach einem Eckball von Ibrahima Traoré zur Führung traf (30.). Und fünf Minuten später war die Partie praktisch entschieden. Nach einem Handspiel von Jonas Hector verwandelte Ibisevic den Elfmeter souverän zum 2:0.

Die Mannschaft ist willig, aber manchmal fehlen Ideen

Insofern war die Begegnung schon zu diesem Zeitpunkt ein Spiegelbild der ganzen Saison. Es zeigte sich wieder mal, was die Mannschaft kann und was sie noch nicht kann. Sie ist willig, engagiert und diszipliniert. Doch speziell gegen defensiv ausgerichtete Gegner fehlen die Ideen und die spielerische Qualität, was sich noch mehr bemerkbar macht, da Ibisevic im Sturm auf sich alleine gestellt ist. Deshalb will der VfB in der Winterpause nachrüsten. Ein aussichtsreicher Kandidat ist Ishak Belfodil aus Parma.

Da kommt die eine Million Euro gerade recht, die der Verein nun durch den Vorstoß ins Pokalviertelfinale kassiert. Allerdings musste der VfB nach der Pause noch ein paar Mal um diese Zusatzeinnahme richtig bangen, etwa nach einem schweren Patzer des im Januar wahrscheinlich nach Mexiko wechselnden Innenverteidigers Maza, den Georg Niedermeier gegen Mato Jajalo ausbügelte (53.). Oder als Sven Ulreich gegen Anthony Ujah klärte (72).

Insgesamt kamen der Aufsichtsratschef Dieter Hundt und der Präsident Gerd Mäuser, die auf der Tribüne lustige Weihnachtsmützen trugen, immer öfter ins Schwitzen. Köln wehrte sich nach Kräften, doch mehr als der Anschlusstreffer von Christian Clemens sprang letztlich nicht heraus (80.). „Es wäre brutal gewesen, mit einem Negativerlebnis in die Pause zu gehen“, sagte Gentner. Der VfB zitterte sich über die Runden und kann auch im neuen Fußballjahr weiter auf drei Hochzeiten tanzen.

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13 KommentareKommentar schreiben

Etappenziel erreicht: Man konnte in den letzten 20 Minuten ganz klar erkennen, dass hier eine Mannschaft stehend KO war. Die Schritte wurden langsamer, die Zweikämpfe wurden nicht mehr konsequent geführt und die Unkonzentriertheiten beim Abspiel häuften sich. Der körperliche Raubbau wurde auch bereits von den Verantwortlichen von B. Leverkusen und H96 erkannt. Um so höher ist es der Mannschaft anzurechnen, dass sie zumindest 70 Minuten lang noch einmal alles gegeben hat. Lt. BILD ist der VfB die Mannschaft in der Liga, die mit fast 120 km pro Spiel die meisten Laufwege absolviert. Das kräfteraubende Spiel und die nunmehr über 28 Pflichtspiele haben sicher ihr Übriges dazu beigetragen, dass es zuletzt immer wieder zum Spielende einen Einbruch oder zumindest eine Zitterpartie gab. Ich bin vom Charakter der Mannschaft insofern wirklich beeindruckt und sehe trotz der gelegentlichen Pleiten diese Hinrunde positiv. Mein Highlight war das 1:0 in Hamburg, wo die Mannschaft so gespielt hat, wie ich es mir wünsche: Defensiv kompakt, aggressives Umschalten bei Ballverlust und gerne mal das eine oder andere Überraschungsmoment im Spiel nach vorne. Ibisevic war natürlich DER Gewinner beim VfB, aber auch Holzhauser, Gentner, Tasci und Niedermeier wussten durchaus zu überzeugen. Und mit Rüdiger, Benyamina, R. Khedira und Röcker wächst was Gutes nach. Fazit: Ich freue mich auf die traditionell gute Rückrunde.

Rote Lanze: glückwunsch zu diesem kommentar. ja, unsere talente spielen verdammt erfolgreich in hoffenheim. so erfolgreich, dass sie kurz vor dem abstieg stehen. und die flasche ibisevic trifft und trifft und trifft.

3mal hat's gekracht ....: Glückwunsch an die Mannschaft, die sich auch vom Trainer/Manager nicht hat müde reden lassen: in 3 Wettbewerben weiter dabei, kann sich sehen lassen! Nun, man muss das realistisch einschätzen, denn die Leistungen waren nicht gut vor allem nicht konstant und eine Portion Glück war dabei. Nun hat man mit Bochum und Genk zwei weitere Glückslose gezogen. Schaffen es die Verantwortlichen endlich mal das Stadion voll zu bekommen und damit die Stimmung und Kulisse zu bilden, die man braucht. Natürlich muss erst mal die Mannschaft vorlegen, aber die (zusätzlich zur Dauerkarte) horrenden Preise schrecken vor allem die jungen Leute ab. Kreativität ist auch vom Management gefordert .... aber die haben bisher noch keine Bundesligatauglichkeit bewiesen ....... Frohe Weihnachten an alle Freunde des VfB und des guten Fussballs!

Junge Wilde: Viele dieser Jungen Wilden die hier immer so vehement gefordert werden kicken sehr erfolgreich bei Hoffenheim. Blöderweise haben wir den Hoffenheimern dafür die Flasche Ibisevic abgekauft.

Offensive stärken ..: Was muss ich da lesen: Okazaki für Holzhauser, '... um die Offensive zu stärken...' ??? Das ist nicht Ihr Ernst, Herr Schumacher?

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