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Stuttgart - Er ist Anfang August 2009 nach dem Weggang von Mario Gomez nach München als der große Heilsbringer des VfB präsentiert worden, doch seine Stuttgarter Bilanz liest sich abschließend äußerst bescheiden: 15 Tore sind Pawel Pogrebnjak, der einst für 4,5 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg kam, in 68 Bundesligaspielen für den VfB gelungen – und es werden keine weiteren hinzu kommen.
Schließlich haben die Stuttgarter am letzten Tag der Transferperiode II, wie der internationale Winterwechselmarkt im Profifußball offiziell heißt, den ursprünglich noch bis Ende Juni datierten Dreijahresvertrag mit dem russischen Nationalspieler gelöst. Pogrebnjak wird künftig für den FC Fulham in der englischen Premier League stürmen.
Die Ablösesumme soll rund 1,5 Millionen Euro betragen. Allerdings ging der Abgang des Angreifers nicht geräuschlos über die Bühne. „Ich bin mir sicher, dass sie damit meinen Weggang provozieren wollten. Danach habe ich meinen Berater angerufen und gesagt: Ich muss hier weg!“, sagte Pogrebnjak in einem Interview mit der alteingesessenen Moskauer Sportzeitung „Sowjetski Sport“ zu dem Umstand, dass er am Sonntag vor dem Spiel gegen Mönchengladbach zunächst auf der offiziellen Liste mit dem Stuttgarter 18-Mann-Kader stand, dann aber rund eine halbe Stunde vor Spielbeginn durch den Abwehrspieler Stefano Celozzi ersetzt worden war.
"Ich gehe mit Anstand"
In dem Interview, das „Sowjetski Sport“ gestern Vormittag auch auf seiner Internetseite veröffentlichte, wird der 28-Jährige weiter zitiert: „Die Führungsriege der Stuttgarter hat sich in gemeiner Weise verhalten, deshalb wollte ich keine Sekunde länger bei diesem Club bleiben.“
Am Nachmittag rückte der Uefa-Cup-Sieger von 2008 und russische Meister von 2007 dann in einem Statement, das er durch seine Medienagentur verbreiten ließ, einiges wieder zurecht: „Ich gehe hier mit Anstand – und deshalb sind manch reißerische Zitate, die heute durch die Medien geisterten, schlicht nicht wahr“, erklärte Pawel Pogrebnjak: „Ich habe es nicht nötig, nachzutreten.“
"Diese Bilanz hat bei mir nicht gestimmt"
Beim FC Fulham im Südwesten Londons, dem Club des Milliardärs Mohamed Al-Fayed, dürfte Pawel Pogrebnjak einiges bekannt vorkommen. Denn nach einem verpatzten Saisonstart hinkt der von dem Niederländer Martin Jol trainierte Verein , der zudem unglücklich aus der Europa League ausgeschieden ist, als aktueller Tabellenzwölfter der englischen Premier League wie der VfB den eigenen Erwartungen ebenfalls weit hinterher.
Beim VfB bereits durch den Ex-Hoffenheimer Vedad Ibisevic ersetzt, hat Pawel Pogrebnjak mit seinem Wechsel auf die britische Insel immerhin einen Konkurrenten aus der Bundesliga ausgestochen: Denn der FC Fulham ist auch an dem Dortmunder Angreifer Lucas Barrios interessiert gewesen, der beim BVB auf der Reservebank gelandet ist.
Die Hoffnungen von Pogrebnjak, der in Stuttgart-Vaihingen lebte und sich dort mit seiner Familie sehr wohl fühlte, in der Bundesliga einen anderen Arbeitgeber zu finden, haben sich allerdings ebenfalls zerschlagen. So hieß es vor einigen Wochen noch, Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 seien an der Verpflichtung des 30-fachen russischen Nationalspielers interessiert gewesen. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich enttäuscht bin, wie die letzten Wochen hier abgelaufen sind. Ich musste sehr viele Aussagen über mich lesen, aus denen klar hervorging, dass man mich hier nicht mehr haben will“, sagte Pogrebnjak: „Ich weiß, Stürmer werden vor allem an Toren gemessen, und diese Bilanz hat bei mir nicht gestimmt. Dennoch war ich sehr gerne hier.“


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@Amih
Ich verstehe ja was Du meinst. Aber nochmal: Für einen Verein wie den VfB ist es enorm schwer, einen renommierten Spieler mit angemessenem Gehalt zu bekommen, der nicht nur ein Sprungbrett sucht oder einen Rentenvertrag will. Da geht es anderen Traditionsvereinen wie Bremen, Hamburg oder Gladbach übrigens kein bißchen anders. Was man dem VfB vorwerfen kann und muß ist die Tatsache, dass er kein durchgängiges Konzept verfolgt. Beim VfB denkt man nicht vom Ende her sondern schielt immer auf den kurzfristigen Erfolg. Deshalb sehe ich z.B. den Transfer von Ibisevic und die damit verbundene, erneute Systemumstellung auf ein 4-4-2 auch eher kritisch. Wieso bleibt man nicht bei einem moderneren Spielsystem und gibt Leuten wie Holzhauser, Hemlein oder Schieber eine Chance? Ich habe nichts gegen Vedo (28) und Cacau (30) aber die Zukunft des VfB Stuttgart verkörpern andere und ich finde es schade, dass man wieder einmal wartet bis die Jungen nicht mehr entwicklungsfähig genug oder weg sind.
@afriend
Die FAZ schreibt 0.5 Mio. Die STZ 1.5 Mio. Ich weiss, wem ich da vertraue, das muss aber jeder selbst entscheiden.
@kme-martin
Genau deshalb auch : Willkommen im Bundesliga Niemandsland: nach oben geht nix; H96, Leverkusen, etc sind besser, vom BVB, S04 und FCB ganz zu schweigen. Nach unten nur falls die Spieler den Trainer loswerden wollen und entsprechend spielen. Der Hauptkritikpunkt meinerseits ist, dass jetzt die Millionen unnütz verschleudert wurden (Delta beim Pogo Verkauf), die man damals in einen renommierten Spieler, mit natürlich angemessenem Gehalt, hätte stecken müssen, um einen adequaten Ersatz für Gomez zu bekommen. Ich bin überzeugt, dass das die günstigere Alternative gewesen wäre. Hinterher ist man immer schlauer, allein die Verantwortung dafür übernimmt keiner (klar, macht ja noch nicht mal unser oberster Staatsdiener)....