Vicinalweg Zuffenhausen Weilimdorf Ab Dienstag offen, dann für immer zu

Von Bernd Zeyer 

Wegen der Amphibienwanderung ist der Vicinalweg seit Februar für den Kraftfahrverkehr geschlossen. Am 16. Mai soll er wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet werden – allerdings nur für ein halbes Jahr. Die permannte Sperrung soll am 1. November beginnen.

Schon mehrfach war dagegen protestiert worden, dass der Vicinalweg zu bestimmten Zeiten für Autos geöffnet wird. Für Dienstag ist wieder eine Kundgebung geplant. Foto: Archiv Martin Braun
Schon mehrfach war dagegen protestiert worden, dass der Vicinalweg zu bestimmten Zeiten für Autos geöffnet wird. Für Dienstag ist wieder eine Kundgebung geplant. Foto: Archiv Martin Braun

Zuffenhausen - Im Februar war der Vicinalweg wegen der Krötenwanderung für den Kraftfahrzeugverkehr geschlossen worden (wir berichteten). Ab Dienstag, 16. Mai, soll der Verbindungsweg zwischen Weilimdorf und Zuffenhausen, der durch das Naturschutzgebiet Greutterwald führt, zu bestimmten Uhrzeiten wieder geöffnet werden. Allerdings nur noch für ein halbes Jahr: Die Stadt plant, den Weg vom 1. November an endgültig zu sperren.

1963 hatte die Stadt einen Vertrag mit der Firma SEL geschlossen, der die Durchfahrtsrechte bis heute regelt. So sollte und soll ermöglicht werden, dass die Mitarbeiter besser zum Firmengelände hin- und auch wieder wegkommen. Nutznießer ist die Firma Porsche, deren Beschäftigten den Weg in der Vergangenheit ebenfalls befahren haben. 2017 war der Weg zum ersten Mal während der Amphibienwanderungen für den Autoverkehr gesperrt worden.

Anfang des Jahres hatten sie alle Beteiligten angenähert. Von Porsche kamen klare Signale, dass man nichts gegen eine dauerhafte Sperrung habe. Nokia hatte die Wichtigkeit der Regelung betont und tut das noch heute. Allerdings könne der Vicinalweg durchaus geschlossen werden, wenn „verkehrstechnische Entlastungsmaßnahmen“ die Zu- und Abfahrt auf das Firmengelände erleichtern. Eben dies plant die Stadt momentan. Hauptmaßnahme, das erläutert Nicolaus Welker vom Tiefbauamt, sei die Erneuerung von vier Ampelanlagen. Die bestehenden Ampeln, die unter anderem an den Kreuzungen Schwieberdinger Straße/Lorenzstraße und Schwieberdinger Straße/Marconistraße stünden, seien sehr alt. Steuerung und Software könnten an die notwendigen Gegebenheiten nicht angepasst werden. Außerdem sollen Autofahrer, die künftig nach links von der Lorenz- auf die Schwieberdinger Straße abbiegen möchten, zur bislang vorhandenen eine zweite Linksabbiegespur bekommen. Rund eine halbe Million Euro wird die Stadt in diese Maßnahmen investieren.

Zeitgleich sollen (im Rahmen der normalen Straßenunterhaltung) Fahrbahnbeläge ausgetauscht werden, was weitere 350 000 Euro kostet. Bereits eingerichtet worden ist eine separate Rechtsabbiegespur von der Schwieberdinger- in die Lorenzstraße. Was sie zur Entlastung beiträgt, muss noch geprüft und ausgewertet werden. Laut Welker sollen alle genannten Arbeiten während der Sommerferien erledigt werden, was nicht zuletzt mit den Werksferien bei Porsche zusammenhängt.

„Werden die Maßnahmen so umgesetzt, sind die Absprachen erfüllt“, heißt es in einer Presseantwort von Nokia. Wenn die Mitarbeiter zudem die neue Porsche-Unterführung an der Waldheimstraße benutzen dürften, bringe dies zusätzliche Entlastung. Dann werde der Vicinalweg nicht mehr gebraucht. Aktuell sei aber insbesondere die Abfahrt von dem Gelände, auf dem viel gebaut werde, weiterhin schwierig. Aus diesem Grund werde Nokia vereinbarungsgemäß die Schranke am 16. Mai wieder für die Durchfahrt zu den genehmigten Zeiten öffnen.

„Was Porsche angeht, könnte der Weg jetzt schon geschlossen bleiben“, sagt Pressesprecher Lukas Kunze. Während der Sperrung der vergangenen Wochen habe es keinerlei Mitarbeiter-Beschwerden gegeben. Die neue Unterführung funktioniere sehr gut. Ähnlich sieht es Peter Berg von der „Initiative Greutterwald“. Berg hat in den vergangenen Monaten die Verkehrslage vor Ort beobachtet, Fahrzeuge gezählt und sogar einen kleinen Handyfilm gedreht. „Es gab keinen Stau, die Autos konnten gut fahren“, sagt er. Der Pendlerverkehr könne trotz der Sperrung des Vicinalwegs problemlos abgewickelt werden. Weitere verkehrtechnische Maßnahmen hält Berg für überflüssig. Mit Blick auf die Natur, aber auch auf die Interessen der Fußgänger und Radfahrer, sollte der Weg ab sofort permanent geschlossen bleiben. Um dieser Meinung Nachdruck zu verleihen, plant die Initiative am Dienstagmorgen eine Kundgebung vor Ort.

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