„Wir sind Feuerbach“ Das Image des Bezirks soll aufpoliert werden

Torsten Ströbele, 12.01.2013 08:00 Uhr

Feuerbach - Der Stadtbezirk ist staubig, geprägt von Industrie und Verkehr: Das ist die Meinung vieler Menschen, die Feuerbach nur kennen, weil sie ab und zu mal mit dem Auto durchfahren, meint der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV), Jochen Heidenwag. Dass Feuerbach aber viel mehr zu bieten habe, sei vielen Stuttgartern gar nicht bewusst. „Deshalb müssen die Stärken des Bezirks definiert und kommuniziert werden“, sagt Heidenwag. Eine Imagekampagne müsse erarbeitet werden.

Einen ersten Vorstoß diesbezüglich unternahm er schon im Rahmen des Feuerbacher Zukunftsforums im Jahr 2010. Heidenwag machte sich gemeinsam mit einigen weiteren Mitstreitern innerhalb der Arbeitsgruppe „Wirtschaft und Arbeit“ ans Werk, um den Bezirk von seinem eher grauen und tristen Image zu befreien. Positive Ansätze wurden gesucht und gefunden – zum Beispiel die vielfältigen Bildungs- sowie die umfangreichen Freizeit- und Kulturangebote oder auch die gute Verkehrsanbindung.

Abschließend kam die Arbeitsgruppe aber mehrheitlich zu dem Ergebnis, dass man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müsse, um eine wirklich detaillierte und aktuelle Imagestudie des Bezirks zu erhalten. Das hätte aber Kosten in Höhe von etwa 40 000 Euro verursacht. Zu teuer, und damit landete das Vorhaben in der Schublade. Allerdings ging wenige Monate später eine neue Tür auf, um das einseitig verzerrte Bild des Stadtteils bei Nicht-Feuerbachern zurechtzurücken. Die Firma Bosch fragte bei Bezirksvorsteherin Andrea Klöber und Heidenwag 2011 an, ob sich der Bezirk beim „Bosch Experience Day“ im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums des Unternehmens in irgendeiner Form bei diesem Ereignis präsentieren wolle. Mitglieder der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit ergriffen die Chance und starteten die Imagekampagne „Wir sind Feuerbach – Feuerbach ist bunt“, die von der Agentur „Vereinigte Kunstwerke“ umgesetzt wurde.

Bezirksbeirat unterstützt Kampagne mit 3200 Euro

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen verschiedene Örtlichkeiten des Bezirks und die Feuerbacher selbst – Alteingesessene und Zugewanderte, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie Leute aus allen Altersschichten. Verewigt wurden sie auf 18 großen Bannern. Zudem gibt es Postkarten, Aufkleber und bald auch eine Imagebroschüre. Letztere stellte Heidenwag in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats kurz vor.

Mit einer Erstauflage von 10 000 Exemplaren soll die 40 Seiten umfassende Broschüre erscheinen. Unter anderem könnte sich der Vorsitzende des GHV auch vorstellen, den Fahrplan des Ortsbusses, eine Wanderkarte des Talkrabbenweges und einige wichtige Adressdaten dort unterzubringen. Ausliegen soll die kostenlose Broschüre unter anderem für Neubürger im Bezirksrathaus, aber auch in verschiedenen Feuerbacher Geschäften. Die Kosten in Höhe von rund 4500 Euro werden durch drei bis vier Anzeigen gedeckt.

Um finanzielle Unterstützung bat Heidenwag die Kommunalpolitiker allerdings bei einem anderen Projekt im Rahmen der Imagekampagne. Sowohl im örtlichen Rathaus, als auch im Freien Musikzentrum und in der Bürgeretage soll für den Bezirk geworben werden. Dafür müssen aber erst einmal neue Werbeträger in Form von Tafeln hergestellt werden. 3200 Euro sollen sie kosten. Ohne Gegenstimme segneten die Kommunalpolitiker den Antrag ab.