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Benedikt Röcker vom VfB Stuttgart Aus dem A-Block in den Profikader

Heiko Hinrichsen, Belek, 11.01.2013 10:51 Uhr

Stuttgart - I m Profikader des VfB Stuttgart gibt es schon länger zwei Japaner, einen Ivorer, einen Guineer, einen Italiener, einen Dänen, einen Franzosen, einen Türken, zwei Österreicher, einen Ungarn, einen Serben und einen Bosnier. Seit Donnerstag aber gibt es auch einen Innenverteidiger aus dem 5400-Seelen-Ort Löchgau bei Bietigheim-Bissingen, der ein äußerst erfrischendes Schwäbisch schwätzt.

Der 23 Jahre alte Benedikt Röcker hat eine Karriere hingelegt, die es heutzutage kaum noch gibt. Der 1,96-Meter-Hüne, der bei den Stuttgartern nun im Trainingslager im türkischen Belek einen Vertrag bis 2015 unterschrieben hat, ist quasi ein Fußballprofi auf dem zweiten Bildungsweg. Während andere sich bereits mit 15 Jahren einen Berater zulegen, kickte „der Benno“, wie der gelernte Bürokaufmann genannt wird, sein Jugendleben lang und noch eine Spielzeit als Aktiver beim FV Löchgau. „Ich habe mich peu á peu hochgearbeitet“, sagt Röcker, „diese Entwicklung habe ich auch gebraucht, denn ich hatte früher oft ein paar Schlenker in meinem Spiel. Das habe ich abgestellt.“

Zunächst wurden die Späher des Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach auf den damals 19-Jährigen aufmerksam. Weil er einen kulanten Chef hatte, ging Röcker, der die 2007er Meisterschaft des VfB noch im A-Block bejubelt hatte, fortan nur noch halbtags seiner Büroarbeit im Bietigheimer Autohaus Weller nach. „Ich trage den VfB im Herzen – hier Profi zu werden war mein Kindheitstraum“, sagt der passionierte Kinogänger heute, nachdem er sich zunächst in der zweiten Mannschaft durch starke Auftritte empfahl. Bereits im Spätherbst des Jahres 2012 wurde Benedikt Röcker dann von Trainer Bruno Labbadia zu den Profis beordert.

Röcker macht das Innenverteidiger-Quartett komplett

„Zum Glück hatte ich die Weihnachtspause, um alles zu verarbeiten“, sagt der Neuprofi, der auch vom Abgang des Mexikaners Maza profitierte – und der nun gemeinsam mit den gesetzten Serdar Tasci und Georg Niedermeier sowie mit Antonio Rüdiger das Innenverteidiger-Quartett beim VfB bildet. Angst vor den bevorstehenden Aufgaben hat Röcker nicht. Seinen Einstand hat er bereits hinter sich: In der Europa League wurde er gegen Molde in der 88. Minute eingewechselt. Weil der VfB neben Dortmund und den Bayern aber als einziger deutscher Club noch auf drei Hochzeiten tanzt, wird der Abwehrmann vermutlich bald gebraucht.

Die Unterschiede zwischen erster und dritter Liga hat Röcker erkannt: „Du musst im Kopf frischer sein, handlungsschneller“, sagt der robuste, kopfball­starke Verteidiger, dessen Cousin der Freiburger Profi Julian Schuster ist. Der kick­te wie auch der Sandhause­ner    Zweitligaspieler Marco Pischorn ebenfalls einst in Löchgau. „Das ist ein fuß­ballverrückter Flecken“, sagt Röcker.

Röcker hatte auch Alternativen

Natürlich sind die alten Weggefährten erfreut, dass es ihr Benno zwar als Spätstarter, aber letztlich doch von der Fankurve in die VfB-Profiumkleide gebracht hat. „Von meinen Freunden kommen schon Fragen wie: Neben wem sitzt du im Bus? Wie sieht es in der Kabine aus?“, erzählt der ehemalige VfB-Fan Röcker, der sich 2007 auch das gegen Nürnberg verlorene DFB-Pokalfinale in Berlin im Stuttgarter Block angeschaut hat. „Manche können es noch gar nicht glauben, dass ich jetzt ein Teamkollege der Stars bin.“

Dabei hatte Röcker sogar Alternativen. Auch RB Salzburg war an ihm interessiert – und der 1. FC Köln. „Als das Angebot des VfB kam, gab es für mich keine Frage, dass ich unterschreibe“, sagt der 23-Jährige, der sich noch nicht am Ende seiner Entwicklung sieht. „Ich versuche, viel von den anderen abzuschauen, vor allem von Serdar und Georg“, sagt Röcker, für den es jetzt keine Rückkehr mehr in das Autohaus nach Bietigheim gibt.