Elektromobilität in Stuttgart Stadt testet E-Mobile der Post

Von Thomas Braun 

Sie macht den etablierten Automobilherstellern vor, wie es geht: Die Post lässt von einer Tochterfirma E-Mobile produzieren. Zwei dieser Modelle rollen nun testweise durch Stuttgart.

OB Kuhn am Steuer eines der beiden neuen E-Mobile aus posteigener Produktion. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
OB Kuhn am Steuer eines der beiden neuen E-Mobile aus posteigener Produktion. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Zwei knallgelbe sogenannte Streetscooter aus der Produktion der gleichnamigen Post-Tochterfirma rollen künftig versuchsweise durch die Stuttgarter Innenstadt. OB Fritz Kuhn (Grüne) nahm am Donnerstag die vollelektronischen Fahrzeuge auf dem Karlsplatz entgegen, sie werden vorwiegend für den Transport der Stadtpost und des Kantinenessens eingesetzt.

Kuhn betonte, er finde es „toll“, dass die Post mit ihren E-Modellen auf den Markt gehe. Er hoffe auf eine baldige Aufstockung der elektrischen Fahrzeugflotte. Nach Angaben des Chefs des Abfallwirtschaftsbetriebs Stuttgart, Thomas Heß, umfasst der städtische Fuhrpark zurzeit aktuell sieben Pkw mit E-Antrieb, in den kommenden Jahren sollen weitere über 40 Wagen angeschafft werden. Dafür will Kuhn im nächsten Doppelhaushalt 2018/2019 jeweils 300 000 Euro bereitstellen. Zudem sind in der Innenstadt acht gasangetriebene Müllwagen im Einsatz.

Post verkauft die Fahrzeuge auch an private Geschäftskunden

Hergestellt werden die Elektroscooter in Aachen. Die Deutsche Post will mittelfristig ihre gesamte Fahrzeugflotte – rund 47 000 Wagen – auf E-Antrieb umstellen. Für die hiesigen Automobilkonzerne Daimler und Porsche ist die Konkurrenz, die aus einem Start-Up-Unternehmen hervorgegangen ist, kein Ruhmesblatt, hinken sie doch mit vergleichbaren Angeboten hinterher. Lieferwagen, die serienmäßig mit einem E-Antrieb ausgerüstet sind, bieten außer der Post-Tochter nur ausländische Hersteller wie Iveco oder Renault an.

Das Post-E-Mobil wird übrigens auch an Geschäftskunden veräußert – zum Basispreis von 32 000 Euro. Die hohen Anschaffungskosten amortisieren sich laut Post durch die geringen Energiekosten. Laut Vertriebsdirektorin Sabine Kaltenbach beträgt die Lieferzeit vier bis sechs Wochen.

Die etablierten Autobauer stellt der Wandel hin zur E-Mobilität vor große Herausforderungen. Denn bei der Konstruktion gibt es zwischen E-Auto und Autos mit Verbrennungsmotoren erhebliche Unterschiede. Welche das sind, und was das langfristig für Jobs in der Region Stuttgart bedeuten könnte, sehen Sie in unserem Erklärvideo: