Eröffnungsfeier In die Bibliothek zieht Leben ein
Erik Raidt, 21.10.2011 18:10 Uhr
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Ein Bau zum Artenschutz der Bücherwürmer: am Montag beginnt in der Bibliothek der reguläre Betrieb. Foto: Zeichnung: Friederike Groß
Ein Bau zum Artenschutz der Bücherwürmer: am Montag beginnt in der Bibliothek der reguläre Betrieb. Foto: Zeichnung: Friederike Groß
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Stuttgart - Eine englische Redewendung empfiehlt: "Don't judge a book by its cover." Genau dies könnte als Leitsatz über der Veranstaltung am Freitagabend stehen, wenn Stuttgart die Eröffnung seiner neuen Stadtbibliothek feiert. Manchmal lohnt es sich doch, ein Buch nicht nur nach der Gestaltung seines Umschlags auszusuchen, sondern es aufzuschlagen und nach und nach seinen Inhalt zu entdecken - losgelöst von dessen äußerer Gestalt.

Monatelang ist in Stuttgart über die neue Stadtbibliothek kontrovers diskutiert worden - ob nun "Schmuckstück" oder "Bücherknast", an den Begriffen zeichnete sich spürbar die Frontlinie im Streit über Stuttgart 21 ab. Doch von Freitagabend an darf nicht nur über die Hülle diskutiert werden, sondern endlich auch über die Inhalte: Um 19.30 Uhr beginnt die Einweihungsfeier im Haus am Mailänder Platz, der momentan mitten in einer Baustelle liegt und keinerlei italienisches Flair versprüht.

Doch zumindest die Fakten lesen sich eindrucksvoll: Auf 11.500 Quadratmetern Nutzfläche können die Besucher künftig aus einer halben Million Bücher und digitalen Medien auswählen - für den Neubau ist das Angebot um 80.000 Exemplare aufgestockt worden. Aber es geht dem Haus nicht ums Auftrumpfen mit Rekordzahlen, es will mehr als Größe, es strebt nach mehr Bedeutung im Kulturleben der Stadt. Nichts weniger als ein neues geistiges Zentrum will die Bibliothek sein, die sich unweit des Hauptbahnhofs wie ein einsamer Solitär auf einer Brache erhebt.

Rasen statt Waser umschließt das Gebäude

Auch darüber wird Ingrid Bussmann am Freitagabend vor den geladenen Gästen reden. Für die gebürtige Essenerin, die seit zehn Jahren an der Spitze der Stadtbibliothek steht, erfüllt sich mit dem Neubeginn nach dem Umzug aus dem Wilhelmspalais am Charlottenplatz ein Traum.

Durchhaltevermögen musste auch der Architekt beweisen - Eun Young Yi gewann den Wettbewerb noch im alten Jahrtausend. 1999 entschied sich die Stadt dafür, den nach außen streng wirkenden Kubus des Südkoreaners zu bauen. Zwölf Jahre später wird Herr Yi am Freitagabend darauf anstoßen, dass sein Bau endlich eröffnet wird - dabei muss er verschmerzen, dass sein Gebäude nicht inmitten einer Wasserfläche "schwebt", wie dies ursprünglich von ihm geplant war. Nun umschließt ein Rasen die Stadtbibliothek. Technische Gründe hätten das Wasserspiel verhindert, sagt der Oberbürgermeister Wolfgang Schuster immer wieder, wenn er auf das Thema angesprochen wird. Doch auch die Kosten haben dabei eine Rolle gespielt.

Schuster erhofft sich von Freitagabend eine Initialzündung - nicht nur für die Stuttgarter Kulturszene, sondern auch für das Europaviertel rund um die Bibliothek, das nun allmählich Gestalt annehmen soll. Spätestens von Samstag an werden jedenfalls nicht mehr nur Bauarbeiter das dortige Leben prägen.

Kommentare (2)
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OKT
21
AHA, 19:00 Uhr

Nun isser offen...

Interessantes Bild eins! Der Knastwürfel sieht so Madenbefallen aus... "Technische Gründe" das der Wassergraben nicht realisiert wurde, jaja. Hätte gerne gewusst wie die Kloake im Sommer bei 35° angefangen hätte zu stinken! Das war wahrscheinlich das "Technische Problem"

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OKT
21
lustig, 18:35 Uhr

under cover

das sieht innen auch nicht besser aus. gefängnisflure über der gaskammer. machen wir uns nix vor, weil niemand freiwillig schusters schdädebauliche schanze nutzen und niemand die freigewordenen gleisflächen besiedeln will, wurde die stadtbücherei per ordre de mufti in das hinterste eck zwangsversetzt.

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