Kein Kreisverband für Göppingen Piraten verlässt der Mut

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Die Piratenpartei ist für manche Überraschung gut: jetzt auch für eine Gründungsversammlung ohne Gründung. Dabei hatte sich die Basis in einer Online-Umfrage deutlich für einen Kreisverband in Göppingen ausgesprochen.

Die Piratenbasis im Kreis will doch nicht in die große Kreispolitik einsteigen. Foto: dpa
Die Piratenbasis im Kreis will doch nicht in die große Kreispolitik einsteigen. Foto: dpa

Göppingen - Immerhin ist die Nachricht sofort getwittert worden: Die Piraten im Kreis Göppingen wollen doch keine Kreispartei gründen. Dabei hatten sie sich eigens im Vereinsheim der Göppinger Kleintierzüchter zu einer Gründungsversammlung getroffen. Dann aber verließ sie offenbar der Mut. Nur einer von neun Anwesenden stimmte für die Gründung des Kreisverbands. Insgesamt zählt die junge Partei im Kreis 77 Mitglieder, wobei der große Zulauf parallel zum Niedergang in den bundesweiten Umfragen auch im Kreis längst abgeebbt ist. Die Mitgliederzahl stagniere, sagte der Piraten-Sprecher Stefan Klotz.

Der Vorgang mit der missglückten Vereinsgründung ist durchaus peinlich. Schließlich war parteiintern ein Jahr darüber diskutiert worden. Zuletzt hatten sich die Mitglieder bei einer Online-Umfrage mit großer Mehrheit für die Gründung ausgesprochen. Doch dieses Stimmungsbild spiegelte sich nicht bei den Anwesenden im Hasenheim wider. Sie sahen vor allem den großen Verwaltungsaufwand, der mit einer zusätzlichen Gliederung auf Kreisebene verbunden wäre. „Wir sind eine basisdemokratische Partei. Das muss man akzeptieren“, kommentierte der Piratensprecher Klotz den Ausgang des Abends.

Bisher sind die Piraten in zwei Stammtischen in Geislingen und Göppingen organisiert, allerdings ohne feste Statuten. Die kleinste offizielle Gliederung ist der Regionalverband in Stuttgart. In anderen Landkreisen der Region, wie etwa in Ludwigsburg, existiert aber schon eine Kreispartei.

Für die Göppinger Piraten ist es nicht die erste Panne. Bei der Göppinger Oberbürgermeisterwahl im Oktober musste Klotz seine Kandidatur zurückziehen, weil seine Parteifreunde nicht die erforderlichen 100 Unterstützungsunterschriften zusammengebracht hatten. Dann machte der für die Bundestagswahl im kommenden Jahr bereits nominierte Direktkandidat Hans-Joachim Schellong einen Rückzieher. Der 61-Jährige, der mit der SPD-Stadträtin Heidrun Schellong verheiratet ist, verwies auf „rein persönliche Gründe“. Im Februar muss nun ein neuer Kandidat bestimmt werden.