Krise der Vereinten Nationen Appell für mehr Zusammenarbeit

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Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) reagiert auf den Unesco-Rückzug der USA. Sie fordert von Deutschland mehr Engagement bei den UN. Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Aras mahnt jedoch Reformen an.

Der angekündigte Rückzug der USA und von Israel aus der Unesco schwächt die internationale Zusammenarbeit. Foto: AFP
Der angekündigte Rückzug der USA und von Israel aus der Unesco schwächt die internationale Zusammenarbeit. Foto: AFP

Stuttgart - Der Appell ist eindringlich. Die Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) fordert die internationale Staatengemeinschaft in einer Resolution auf, „die Handlungsfähigkeit der Unesco aufrechtzuerhalten“. Der angekündigte Austritt der USA und Israels aus der Organisation, die sich für die Bildung und Kultur auf der ganzen Welt stark macht, bedeute eine wesentliche Schwächung der multilateralen Zusammenarbeit, hieß es bei einer Veranstaltung in Stuttgart. Der Rückzug führe in eine politische Sackgasse. Beide Staaten werfen der Organisation nach der Aufnahme Palästinas und einer Reihe kritischer Beschlüsse israelfeindliche Tendenzen vor. Die DGVN fordern in ihrer Resolution den Bundestag und die Bundesregierung auf, sich verstärkt bei den Vereinten Nationen zu engagieren – auch finanziell.

Solidarität ist wichtig in einer globalen Welt

Die Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen wurde 1952 in Heidelberg gegründet, ist eine UN-Gesellschaft und engagiert sich deutschlandweit für die Ziele der der Vereinten Nationen. So werden etwa das UNHCR oder Unicef unterstützt. In diesen Tagen wurde in Stuttgart bei einem Festakt das 65-jährige Jubiläum gefeiert. Dabei unterstrich die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras in einer Rede die Wichtigkeit der Vereinten Nationen, denn „die positive Entwicklung beim Kampf gegen Armut, Krankheit und für Bildung ist zu einem erheblichen Teil ein Ergebnis internationaler Zusammenarbeit“. Solidarität sei wichtig, gerade in einer Welt, in der „Kompromisslosigkeit und Kraftmeiertum“ wieder Konjunktur hätten. Auch Aras konstatierte, dass sich die Vereinten Nationen in einer Krise befänden. Doch die Politikerin forderte, dies auch als Möglichkeit zu sehen, innerhalb der Organisation endlich die erforderlichen Reformen einzuleiten.

Preise für junge Menschen

Seit seiner Gründung versucht die DGVN vor allem junge Menschen zu motivieren, sich für die Völkerverständigung einzusetzen. In diesem Jahr wurde deswegen zum vierten Mal der Jugendfriedenspreis verliehen. Prämiert wurden unter anderem die Menschenrechswoche Tübingen und das Schwimmprojekt für junge Geflüchtete „ ma’an“ aus Weinheim.

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Kompromiss finden: Wenn es mit der multilateralen Zusammenarbeit nicht mehr so "richtig funktioniert", auch finanziell, so kann es wohl nicht sein, das die Republik Deutschland den Buckel dafür herhalten muss. Eine Problematik, welche durch die "undurchschaubare" Außenpolitik Trumps hervorgerufen wurde, und natürlich auch, weil sich der Staat Israel auf den Schlips getreten fühlt, und sich wie ein kleines Kind, beleidigt in die Ecke zurückzieht. Wie sieht es dann aus, wenn es um wirklich wichtige Probleme, Krieg oder Frieden - weltweit geht, und ein jeder gefordert ist, um nicht mit in den Abgrund gerissen zu werden.

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