Nahverkehr Region Stuttgart Gemächliches Tempo

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Bei der ersten Sitzung der Spitzen von Land, Region, Kreisen und Stadt Stuttgart ging es vor allem um in der Zukunft liegende Projekte. Doch zufrieden waren Winfried Hermann, Fritz Kuhn, Thomas Bopp und Co. dennoch: die Arbeitsatmosphäre stimme.

In drei Jahre sollen Metropolexpresszüge die S-Bahnen entlasten. Foto: Achim Zweygarth
In drei Jahre sollen Metropolexpresszüge die S-Bahnen entlasten.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Ein gutes halbes Jahr, nachdem das Land, die Region, die Stadt Stuttgart und ihre Nachbarkreise den ÖPNV-Pakt besiegelten, sehen sich die Beteiligten auf einem guten Weg, den hoch gesteckten Zielen näher zu kommen und den jahrelangen Streit hinter sich zu lassen. „Hier wächst zusammen, was schon immer zusammengehört“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn am Mittwoch nach der ersten Sitzung des Lenkungskreises mit Verkehrsminister Winfried Hermann, Regionalpräsident Thomas Bopp und dem Esslinger Landrat Heinz Eininger. „Wir ziehen an einem Strang und – was noch wichtiger ist – in eine Richtung“, sagte Eininger, schließlich könne der Nahverkehr in der Region nur verbessert werden, wenn die Zusammenarbeit der Aufgabenträger gelinge. Bopp sprach von einer „wichtigen Errungenschaft“, dass von allen das „Verkehrsgeschehen als gesamthaftes System“ gesehen werde.

2018 sollen erste Metropolexpresszüge fahren

Im auffälligen Kontrast zu den großen Worten standen allerdings die Ergebnisse der Sitzung, die – im Wesentlichen – eine Zusammenfassung von Absichtserklärungen oder bereits bekannten Projekten waren, deren Realisierung frühestens in zwei Jahren zu erwarten ist. So wird das Land einige Metropolexpresslinien im Vorgriff auf das Gesamtkonzept, das erst nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 umgesetzt wird, schon vom Jahr 2018 an verkehren lassen. Dann soll ein 30-Minuten-Takt auf den Strecken von Stuttgart nach Pforzheim, Heilbronn, Murrhardt/Gaildorf, Süßen, Tübingen und Schwäbisch Gmünd/Aalen umgesetzt werden. Ansonsten gilt für den Metropolexpress noch der Stundentakt, auch für die Gäubahn Richtung Horb. Die neue Zugart Metropolexpress soll außerhalb des VVS wie die S-Bahn an jedem Bahnhof halten, innerhalb des Verbundgebiets, also dort, wo auch die S-Bahn verkehrt, aber nur noch an den großen Umsteigebahnhöfen. Hermann lobte das im Juli vorgestellte Konzept, das in die Ausschreibungen für die Netze aufgenommen wurde: „Damit werden große Bestandteile des Konzepts Metropolexpress bereits sehr zeitnah und früher als gedacht verwirklicht werden können.“ Zudem werde damit die S-Bahn in der Region entlastet, die nicht nur nach Ansicht Bopps weiterhin noch nicht so pünktlich ist wie erwartet. „Wir registrieren das mit Sorge. Die Bahn ist hier weiter in der Pflicht“, sagte der Regionalpräsident.

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