Neuer IHK-Geschäftsführer Schmalzl will bei Stuttgart 21 nicht mit abstimmen

Von Konstantin Schwarz 

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat in der IHK Region Stuttgart über Jahre für Streit gesorgt. Der neue Hauptgeschäftsführer hält sich zurück.

Der neue Hauptgeschäftsführer der IHK, Johannes Schmalzl, wird als Bahn-Aufsichtsrat nicht an einer Beschlussfassung zu Sutttgart 21 mitwirken. Foto: dpa
Der neue Hauptgeschäftsführer der IHK, Johannes Schmalzl, wird als Bahn-Aufsichtsrat nicht an einer Beschlussfassung zu Sutttgart 21 mitwirken. Foto: dpa

Stuttgart - Johannes Schmalzl, seit Dienstag neuer Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK), bleibt vorerst Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG. Schmalzl (FDP) war zuvor Ministerialdirektor im Bundesministerium der Finanzen und hatte das Aufsichtsratsmandat zum 31. Oktober niedergelegt. Da seine Nachfolge erst mit Bildung des neuen Bundeskabinetts entschieden werden kann, habe ihn die Bundesregierung gebeten, sein Mandat bis dahin geschäftsführend weiter wahrzunehmen, teilte die IHK auf Anfrage mit. Dieser Bitte habe er entsprochen. Sollte die Nachfolge bis zur Sitzung am 13. Dezember nicht geklärt sein und bei der Sitzung eine Beschlussfassung zu Stuttgart 21 geplant sein, will Schmalzl daran nicht mitwirken. „Ich kann mit Blick auf die Positionierung der IHK-Vollversammlung eine Befangenheit nicht ausschließen. Ich möchte aber jeden Anschein einer Befangenheit vermeiden“, so Schmalzl. S 21 ist in der IHK umstritten, wird aber mehrheitlich positiv gesehen. Die kammerkritische Kakteen-Gruppe (32 der 100 Sitze in der Vollversammlung) äußert sich ablehnend. Der Aufsichtsrat soll Gutachten zu Stuttgart 21 erhalten. Daraus könnte sich die Finanzierungsfrage stellen.

8 Kommentare Kommentar schreiben

Ist es der gleiche Schmalzl wie damals: "Behördenchef Schmalzl taucht nach Panne bei S-21-Erörterung ab" (zvw, 18.07.2013). Der Artikel ist nicht ganz ohne.

Herr Schmalzl (FDP): Warum steht er denn nicht zu seinem S21 und verkrümelt sich stattdessen aus der Verantwortung, indem er nicht an einer Beschlussfassung seines S21 teilnehmen wollen? Er sollte sich ein Herz fassen und daran teilnehmen. Oder nimmt er die drohenden Klagen und Strafanzeigen der S21-Kritiker etwa doch ernst? Hoppla, dann muss ja doch was an denen dran sein.

Nun: fällt den noch verbliebenen Tunnel-Restprolern nichts anderes ein, als an den Kommentaren der Hauptbahnhofsbefürworter herumzunörgeln. Null Inhalt, aber Hauptsache nörgeln, nörgeln, nörgeln.... Scheint für manche Tunnelfreaks zum Lebensinhalt geworden zu sein. Legt doch mal ne andere Platte auf. Wie wärs z.B. mal mit Inhalten? Wann soll denn S21 nun fertig werden? Mit der geplanten Fertigstellung 2008 (für 2,45 Mrd. Euro) hats ja nun nicht geklappt...

Faszinierend: selbst zu einem derart harmlosen Artikelchen fällt unseren Gegnern nichts anderes ein als nörgeln, nörgeln, nörgeln, ... Legt mal 'ne andere Platte auf, ist besser für das Wohlbefinden.

Und Ihnen fällt nichts anderes ein außer an S21-Kritiker zu nörgeln, nörgeln, nörgeln, ... . Tragen Sie doch mal was konstruktives bei.

Dichtung und Wahrheit: Vor lauter „Dichthalten „ ( Entfluchtungsszenarien für den Fildertunnel in DB-internen Papieren , tatsächlich aktueller Gesamtwertumfang) hat man in der S 21-Propagandaabteilung ob der schlechten Nachrichten vom Flughafenanschluss und der kaum mehr zu verheimlichen Bauzeitausdehnung auf Ende 2025 ff. noch die Freiheit anderer Dichtung in Anspruch genommen und großzügig die ausschließlich die Feuerbacher und Cannstatter Tunnel betreffenden Ausbruchdistanzen erwähnt. Die 90 % betreffen eine Gesamtstreckenlänge von 3 km. ( Absolut: 2,7 km ). Die anhydrit-verdächtige GESAMTSTRECKENLÄNGE beim GESAMTPROJEKT liegt aber bei ca. 16 km. Und davon sind 57% ( nicht 60 % ) ausgebrochen ( überwiegend Rohbau ! ). Der übliche Statistikauswerter-Trick zwischen absoluter und relativer Zahl / Wahrscheinlichkeit also mal wieder. Ganz groß auch auf Seite 1 der Ulmer Wildwestpresse. Roßtäuschen at ist best. Da ist es nicht verwunderlich, daß der IHK-Präse Schmalzl mit echtem Insiderwissen trotz bisheriger S-21-Befürworterschaft die Gunst des zu vermeidenden Interessenkonfliktes nutzt, um 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen : Raus aus juristischer Mithaftung im DB-Aufsichtsrat und kein Ärger mit den Stacheln der Kakteen im eigenen Laden.

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