Stuttgart 21 Feuerbacher Tunnel in Bau

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Weitgehend unbemerkt hat die Bahn den letzten der Stuttgart-21-Tunnel in Angriff genommen – und nennt auch einen Grund, warum sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu bauen begonnen hat.

Vom sogenannten Zwischenangriff Prag aus wird der Feuerbacher Tunnel gebaut. Der Auftakt der Arbeiten erfolgte in aller Stille. Foto: Fritzsche
Vom sogenannten Zwischenangriff Prag aus wird der Feuerbacher Tunnel gebaut. Der Auftakt der Arbeiten erfolgte in aller Stille.Foto: Fritzsche

Stuttgart - Seit Mittwoch arbeitet die Bahn am Feuerbacher Tunnel. Damit ist die Bauherrin von Stuttgart 21 zum Jahresende 2014, knapp fünf Jahre nach der Prellbockanhebung im Kopfbahnhof, am Bau von allen Tunnel des Projekts auf der Gemarkung der Stadt Stuttgart aktiv.

Doch anders als bei den Tunnelanstichen der Röhren nach Bad Cannstatt, nach Untertürkheim oder zwischen den Fildern und der Innenstadt, als sich Bahn- und Politikprominenz einfand, um dem Anlass entsprechend zu feiern, erfolgte der Bauauftakt nun in aller Stille. Die Öffentlichkeit wurde lediglich auf der Internetseite des Bahnprojekts informiert. Ein Tag der offenen Baustelle, wie noch bei der Taufe der Tunnelbohrmaschine auf den Fildern, hat nicht stattgefunden.

Mitarbeiter wünschen unter sich zu bleiben

Der Ausschluss der Öffentlichkeit betraf auch Vertreter der Projektpartner von Land, Stadt und Region, die bei der Feier ebenfalls außen vor geblieben waren. „Als ein Zeichen der Zusammengehörigkeit hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgeschlagen, bei einem Bauabschnitt die Tunnelpatin aus den eigenen Reihen zu stellen und sie während einer internen Feier in die Stellvertretung der Heiligen Barbara einzuführen. Dem Vorschlag hat die Geschäftsführung entsprochen“, heißt es auf der Internetseite des Projekts.

Der gut drei Kilometer lange Feuerbacher Tunnel verbindet den namensgebenden Stadtteil mit dem neuen Hauptbahnhof. Für seinen Bau entsteht zunächst ein Zugangsstollen, der im Bahnjargon Zwischenangriff Prag heißt. Dahinter verbirgt sich eine 320 Meter lange Röhre, die auf Höhe des südöstlichen Portals des bestehenden Pragtunnels im Untergrund verschwindet und den Zugang zur eigentlichen Tunnelbaustelle bildet. Eine weitere Baustelle für die Röhre entsteht an der Jägerstraße, wo der Tunnel an den Trog des Hauptbahnhofs angeschlossen wird.

Brücke für Logistikstraße zur Tunnelbaustelle fehlt noch

Die Ver- und Entsorgung des Zwischenangriffs Prag soll über eine Brücke erfolgen, die den Zugang zur Logistikstraße sicherstellt. Dieses Bauwerk ist aber noch nicht fertig. Ob deswegen Lastwagen das öffentliche Straßennetz einstweilen benutzen, war der Veröffentlichung im Internet nicht zu entnehmen.