Stuttgart 21 Minister prüft Brandschutz

Von dud 

Nach der Kritik von Christoph Engelhardt am Brandschutz im Durchgangsbahnhof von Stuttgart 21 will Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) das Thema in den Lenkungskreis bringen, wenn Zweifel bleiben.

Die Debatte um den Brandschutz geht weiter. Foto: Michael Steinert
Die Debatte um den Brandschutz geht weiter.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Die Kritik von Christoph Engelhardt von der S-21-kritischen Plattform Wikireal am Brandschutz im geplanten Tiefbahnhof ruft nun auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) auf den Plan. „Der Brandschutz muss höchsten Ansprüchen genügen“, forderte der Minister. Sein Haus werde die Kritik prüfen und auf Arbeitsebene mit der Bahn besprechen. „Dabei müssen alle Zweifel ausgeräumt werden. Falls das nicht gelingt, werden wir den Brandschutz auch im S-21-Lenkungskreis thematisieren.“ In dem halbjährlich tagenden Gremium sitzen prominente Vertreter der Projektpartner Bahn, Land, Stadt und Region, darunter der Bahn-Vorstand Volker Kefer, Oberbürgermeister Fritz Kuhn und eben Hermann.

Engelhardt hatte die bahninternen Modelle für den Brandschutz vergangene Woche scharf kritisiert. Es müssten im Brandfall deutlich mehr Personen gerettet werden, als von der Bahn angenommen. Der S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich hatte dies zurückgewiesen und für April ein Gesamtkonzept angekündigt. Zugleich warf er Engelhardt indirekt vor, aus dem Arbeitskreis Brandschutz berichtet zu haben. Dies lehre, dass eine „vertrauensvolle Anhörung dieser Projektkritiker nicht möglich ist“.

Gegen diesen Vorwurf verwahrt sich Engelhardt. „Es war keine Vertraulichkeit vereinbart worden“, betonte er. Zudem sei sein Treffen mit Stuttgarts Feuerwehrchef Frank Knödler und den Brandschutzexperten auf Wunsch des Gemeinderats zustande gekommen und somit „Ergebnis eines öffentlichen Prozesses“. Engelhardt forderte die Bahn auf, sich mit seinen Aussagen inhaltlich auseinanderzusetzen und sie nicht immer nur pauschal als haltlos zurückzuweisen. „Es ist die Bahn, die sich den Vorwurf gefallen lassen muss, haltlos zu argumentieren“, sagte Engelhardt.