Einkaufszentren in Stuttgart Milaneo und Gerber eröffnen wohl zeitgleich

Von Hildegund Oßwald 

Der sich abzeichnende harte Konkurrenzkampf der beiden neuen Einkaufszentren Gerber und Milaneo wird bereits auf der Baustelle ausgetragen. Aktuell liegen beide im je eigenen Zeitplan gleichauf, was dem Einzelhandel 2014 einen heißen Herbst bescheren dürfte.

Man sei mit dem Milaneo im Bauverlauf schneller als ursprünglich geplant vorangekommen, hatte die ECE als künftige Betreiberin Mitte März vermeldet. Foto: Achim Zweygarth 19 Bilder
Man sei mit dem Milaneo im Bauverlauf schneller als ursprünglich geplant vorangekommen, hatte die ECE als künftige Betreiberin Mitte März vermeldet.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der sich abzeichnende harte Konkurrenzkampf der beiden neuen Einkaufszentren Gerber und Milaneo in der Innenstadt wird bereits auf der Baustelle ausgetragen. Aktuell liegen beide Shoppingmalls im je eigenen Zeitplan gleichauf, was dem angestammten Einzelhandel im kommenden Jahr einen heißen Herbst bescheren dürfte. So wird das Gerber an der Paulinenbrücke nach neuesten Angaben der Projektentwickler nicht, wie ursprünglich geplant, im Frühjahr 2014 fertig, sondern erst im Herbst 2014. Damit schmilzt der Vorsprung gegenüber dem größeren Milaneo an der Ecke Heilbronner -/Wolframstraße gegen null. Denn die Investoren des dann größten Shoppingcenters in der Region hatten erst vor wenigen Wochen angekündigt, statt im Frühjahr 2015 bereits ein halbes Jahr früher, also im Herbst 2014 eröffnen zu wollen.

Man sei mit dem Großprojekt Milaneo im Bauverlauf schneller als ursprünglich geplant vorangekommen, hatte die ECE als künftige Betreiberin Mitte März vermeldet. Beim Gerber an der Paulinenbrücke dagegen verzögert sich die Eröffnung laut Projektentwickler, weil die Hauptbaugenehmigung später als geplant erfolgt sei. Bei den Bauarbeiten als solchen gebe es keinen Verzug.

Etwa 85 Läden auf 25 000 Quadratmetern

Im Wettlauf um attraktive Ladenmieter scheint das Gerber allerdings aktuell die Nase vorn zu haben. So wurde dieser Tage als Hauptmieter das amerikanische Unternehmen Urban Outfitters unter Vertrag genommen. Die global agierende Ladenkette, zu deren Markenzeichen ein stets anderes Ladendesign zählt, gibt es in Deutschland bisher nur in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Nürnberg.

Das vor allem an junge Zielgruppen gerichtete Warenangebot reicht von Bekleidung über Medien bis hin zu Accessoires und Möbel. Der neue, insgesamt 2000 Quadratmeter große ­Laden wird an der historischen Ecklage Tübinger Straße 22 angesiedelt.

Im Gerber werden auf insgesamt rund 25 000 Quadratmetern rund 85 neue Läden und Lokale eröffnen. Im Milaneo entsteht auf rund 43 000 Quadratmetern Platz für mehr als 200 neue Geschäfte und Gastronomiebetriebe.

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15 Kommentare Kommentar schreiben

Was soll das alles bringen?: Die übliche Lobhudelei der STZ für sinnbefreite Grossprojekte. Man fragt sich wer denn eigentlich noch die Interessen der Einzelhändler und mittelständischen Unternehmen vertritt? Konzerne, Grossketten und Projektentwickler sind bestens repräsentiert und bekommen permanent Rückenwind zugefächelt. Die Stadt sinnbefreit mit Shoppingmalls zuzuballern wird langfristig verheerende Folgen haben. Dumm nur dass der Einzelhandel nicht schnallt dass hier gerade sein eigenes Begräbnis organisiert wird.

Evtl. sollten sich die Verwaltungen....: ...die Telefonnummern von Untenehmen mal vorab in die Adressablage legen, die sich mit Gebäudesprengungen/Abriß auskennen. Könnte ja sein, das bei diesen "Stahlbetonpilzen", die jetzt in der stuttgarter Innenstadt und in den Nachbargemeinden aus "Kaufkraftbindungsgründen" und dem "Wachstumsfanatismus der politischen und privaten Investorennomenklatura" aus dem Boden gestampft werden, ein "Zuviel des Guten" kurz nach Eröffnung zu erkennen wäre und sich der gemeine Mensch/Bürger doch insgesamt mehr kaufstressfreie Grünfläche in der Innenstadt wünscht. Also mir dünkt, Baukräne als Synonym für ein ausschließlich konsumorientiertes Monopoly, bei der der Mensch/Bürger niemals über mehr als ein von immateriellen Inhalten befreites Los gehen wird. Jetzt wird auch klar, wie unabhängig von politischen Strukturen die Protagonisten des Kapitalverkehrs sich durch nichts und niemand von Ihrem Tun abbringen lassen. Den Grünen in Stadt und Land würde ich anraten, falls sie ihre Ziele, die sie mal hatten, im allgemeinen "Baustaubaufkommen" nicht mehr erkennen, dann doch dem Menschen/Bürger den Wein einzuschenken, das gegen das aktive Kapital und der permanenten Monopolisierung von Lebensbedingungen durch international auf politischer Ebene"operierende" Unternehmungen eine dem Menschen/Bürger hingewandte, freiheitlich im Sinne der Gesamtgesellschaft ausgerichtete, allgemeinverpflichende Politik nur noch mit (r)evolutionären Ansätzen zu begegnen ist. Die CDU saß nicht nur in der Regierung und nun in der Opposition. Die tätigen Seilschaftsverbindungen gehen weit über 4jährige Wahlperioden hinaus. Auch nicht zu vergessen, seit Gründung BaWü´s haben Männer und Frauen politisch mitgewirkt, die wenige Jahre vorher noch mit Hand und Hirn das "tausendjährige Reich" schaffen wollten. Heutzutage reicht der anwachsende, totalitäre Ansatz der die demokratischen Verhältnisse benutzenden Kapitalverwerter.

Wer will wilden Konsum im Kessel?: Wie war noch gleich das Lebensmotto im Wilden Süden? -- "Wir sind doch nicht blöd?" -- Der vernünftige Schwabe kann rechnen und er wird darum auch zukünftig den Euro immer nur einmal ausgeben. Recht hat er! Die vielen Touristen aus aller Welt sollen und dürfen ihr gutes Geld gerne in Stuttgart investieren, aber doch am besten für etwas Authentisches, für echte, regionale Produkte und positive Erlebnisse: Mercedes-Museum, gute Reiseführer von Mair-Dumont, Stuttgarter Weine, eine Auswahl Hochland-Café, Butterbrezeln, ein VfB-Spiel, Hefezopf zum Frühstück, Besuch im Kunstmuseum, Cannstatter Sprudel, eine Stadtrundfahrt und eine Tour mit der Oldtimer-Straßenbahn "Linie 21", Staatsgalerie, RitterSport, Oper, Sauerkraut und Ripple, Wochenmarkt, Stuttgarter Ballett, Krautschupfnudla, Planetarium, Maultäschle, Wilhelma, Rosensteinpark, Linsa mit Saitenwürschtle, Besenwirtschaft, s'Leuze und s'Bad Berg, en guata Roschtbroda mit Spätzle und Soß' ... (etc.) Merke: "Sinnloser Konsum bringt keine Lebensfreude!" # leo loewe

Das Kapital baut´s, wir müssen`s ausbaden: Und wenn die ersten Läden in den neuen Tempeln pleite gehen, weil die Ladenmiete zu teuer ist und zu wenig Leute kommen, übernimmt der benachbarte Media Markt und wir können auf zusätzlichen 3.000 qm die neusten Fernseher ab € 5.000 bestaunen Der Strauss in dem kleinen Einkaufspassäschle in der Tübinger Strasse ist jetzt schon der einzige Mieter und kann auch bald zusperren. Stuttgart passt sich der Gesichtslosigkeit anderer Innenstädte an und das kommt halt dabei heraus, wenn das Kapital regiert. Grosse Einkaufszentren, die möglichst viel Gewinn abwerfen, egal, was die Bevölkerung denkt. Und wenn die Geschäfte um 20.00 Uhr schliessen, ist die Stadt buchstäblich menschenleer. Es ist so schade, was aus meiner Heimatstadt geworden ist....

wo lebt ihr eigentlich?: da wird geklagt die armen kleinen einzelhändler auf der königstrasse könnten sich die hohen mieten der knappen ladenflächen nicht leisten. wird dann das angebot an ladenflächen erhöht, was im bösen bösen kapitalismus die mietpreise sinken lassen sollte, ist es auch nicht recht. ________________________________________________________________ mit wem auf der königstrasse habt ihr denn mitleid? es ist doch sowieso nicht euer geld. ihr müsst es weder ins ventuno, ins milaneo, noch ins gerber, nicht mal auf die königstrasse tragen. in immobilien investieren, braucht ihr auch nicht. also kann es euch doch egal sein wer sein geld in stuttgart statt in griechenland versenkt.

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