„Unnützes Stuttgartwissen“ Er steckt hinter dem Hype

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Ein 31 Jahre alter gebürtiger Kirchheimer hat mit seiner Facebook-Seite „Unnützes Stuttgartwissen“ binnen fünf Tagen mehr als 10.000 Anhänger gewonnen. Mit diesem Hype hat einer am wenigsten gerechnet: er selbst.

Patrick M. hat mit der Facebook-Seite „Unnützes Stuttgartwissen“ binnen fünf Tagen mehr als 10.000 Anhänger gewonnen. Foto: privat 19 Bilder
Patrick M. hat mit der Facebook-Seite „Unnützes Stuttgartwissen“ binnen fünf Tagen mehr als 10.000 Anhänger gewonnen.Foto: privat

Stuttgart - Dass das soziale Netz manchmal seltsame Blüten treibt, hat Patrick M. schon gewusst. Aber dass es ihm mit seiner Facebook-Seite „Unnützes Stuttgartwissen“ so ergehen würde, hätte er nie und nimmer gedacht: Am Freitag stellte der 31-Jährige seine Seite auf Facebook, fünf Tage später war die Marke von 10.000 Anhängern geknackt. Täglich kommen Hunderte dazu, die mehr wissen wollen über den Schwabtunnel, den Galatea-Brunnen oder den Verlauf des Nesenbachs.

„Unnützes Stuttgartwissen“: der Seitentitel klingt nach Kuriosem und Skurrilem, nach Stoff, mit dem man mitreden kann. Der Autor, der in einem Drogeriemarkt arbeitet, gibt sich zurückhaltend: „Die Infos sollen unterhalten und ein bisschen Wissen vermitteln.“ Offenbar gibt es in der Stadt Tausende, die danach lechzten.

Sie nennen ihn „den Lokalteil“

Den Erfolg seiner Seite kann sich der 31 Jahre alte gebürtige Kirchheimer auch nicht so richtig erklären. Überhaupt sei sie nur deshalb entstanden, weil er sein Stuttgartwissen nicht mehr allen seinen Freunden einzeln vortragen wollte, erzählt M. „Der Lokalteil“ nennen sie ihn im Freundeskreis, weil er Wissen über die Stadt, ihre Architektur und ihre bekannteren Bürger aufsaugt wie ein Schwamm das Wasser. „Meine Freunde sind an solchen Dingen auch interessiert, und da wollte ich es einfach aufschreiben“, so der 31-Jährige.

Am Rande der Alb wollte er nicht bleiben, also zog er vor elf Jahren nach Stuttgart. „Die wenigsten verlieben sich in Stuttgart“, meint Patrick M. Kein Wunder: „Viele kennen ja nichts anderes als Schlossplatz und Königstraße.“ M. wollte mehr sehen, erschloss sich Stück für Stück bei langen Spaziergängen vor allem die Innenstadtbezirke. Je besser er sich auskannte, desto mehr wollte er über die Stadt wissen.

„Stadtgeschichte ist ein Hobby von mir“, berichtet M.. Er wälzt Stuttgart-Bücher, informiert sich im Internet, schnappt unterwegs Stuttgartwissen auf und stellt anschließend nur geprüfte Informationen ins Netz. Unnützes Stuttgartwissen? Nicht, wenn man es gut findet, sich in der Stadt und mit ihrer Geschichte auszukennen.