VfB Stuttgart Der VfB setzt Vertrauen gegen den Trend

Von Dirk Preiß 

Nach dem 0:1 in Fürth richten die Stuttgarter den Blick nach vorn. Drei VfB-Spiele ohne Sieg – für Jan Schindelmeiser gibt es darauf nur eine Antwort.

Das 0:1 in Fürth soll für den VfB Stuttgart ein Ausrutscher bleiben. Foto: Baumann
Das 0:1 in Fürth soll für den VfB Stuttgart ein Ausrutscher bleiben.Foto: Baumann

Stuttgart - Man kann nicht gerade behaupten, die zweite Liga lege nun, da wegen der Termine der Nationalmannschaften keine Pflichtspiele anstehen, eine echte Pause ein. In Bielefeld übernimmt ein neuer Trainer, in Hannover ist der Trubel rund um die Ablösung von Daniel Stendel groß – und auch der VfB Stuttgart muss nach drei Spielen ohne Sieg die eine oder andere Diskussion moderieren. Oder – noch besser: die passenden Antworten finden. Für Jan Schindelmeiser kann es nach dem 0:1 in Fürth nur eine geben.

Der Sportvorstand des VfB berichtet zwar einerseits von einer Ursachenforschung, die „präzise, offen und direkt“ sei und sagt: „Das gehört dazu.“ Viel lieber aber richtet er den Blick nach vorn – und auf das, was jeder einzelne Spieler zu leisten imstande ist. „Wir orientieren uns an den Stärken und wollen das auch ausstrahlen“, sagt Schindelmeiser drei Tage nach dem missratenen Auftritt in Fürth, „wir wollen weiter Vertrauen aufbauen.“ Damit die Vorstellungen von Trainer Hannes Wolf auch wieder umgesetzt werden können.

Es warten große Herausforderungen

Der Coach setzt auf eine nach vorn gerichtete Verteidigung, auf mutige Offensivaktionen, auf die Bereitschaft, in jeder Sekunde der Partie Verantwortung zu übernehmen – all das funktioniert nicht, wenn zu viele Zweifel im Spiel sind. „Die Mannschaft muss aktiv, entschlossen und couragiert sein“, sagt Schindelmeiser, „das waren wir in Fürth sicher nicht.“ Dennoch sollen die Profis nun wissen: „Ihr seid gut, wir vertrauen euch – aber ihr müsst auch an eure Grenzen gehen.“ Auf die Fokussierung auf die jeweilige Aufgabe komme es an. Zumal es die kommenden Herausforderungen für den VfB in sich haben.

Zunächst einmal findet die Vorbereitung auf das nächste Heimspiel ohne einige Nationalspieler statt. Mitch Langerak, Carlos Mané, Timo Baumgartl, Takuma Asano, Josip Brekalo, Jérôme Onguéné und Anto Grgic sind auf Reisen. Der daheim gebliebene Rest des Zweitligakaders absolviert am Donnerstag (15.30 Uhr) ein Testspiel beim Bundesligisten FC Ingolstadt. Nach der Länderspielpause steht dann die Woche der Wahrheit an. Dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden folgt das Auswärtsspiel beim TSV 1860 München, dann kommt der Karlsruher SC nach Stuttgart. „Wir denken aber zunächst nur an das Spiel gegen Dresden“, versichert Schindelmeiser. Einen Ausblick auf den Rest dieser Saison wagt er dennoch: „Wir müssen uns extrem strecken.“ Bange ist ihm deswegen nicht. „Wir haben alles, um erfolgreich zu sein“, sagt Schindelmeiser – auch seinen Spielern.

VfB Stuttgart - 2. Bundesliga

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Augenwischerei: Die Teit der Augenwischerei sollte jetzt für alle vorbei sein. Ich finde die Personalie Schindelmeiser prinzipiell nicht schlecht, zumindest besser als seine beiden Vorgänger, jedoch sind damit die strukturellen Fehler der letzten Jahre nicht auf einen Schlag beseitigt. Zudem sind auch von ihm einige Fehler gemacht worden: Der Kader ist viel zu groß, so gibt es für die linke Angriffsseite mit Werner, Asano, Green, Brekalo vier Spieler, die diese Position spielen könnten. Sich Klein für die Tribüne zu leisten, ist nicht gerade günstig. Die zentrale Baustelle der letzten Jahre, das zentrale, defensive Mittelfeld ist wieder nicht, fast schon traditionell, gelöst bzw. erkannt worden. Das führt mich unweigerlich zur nächsten Personalie. Wann erkennt man endlich, dass Gentner der Sargnagel des VfB der letzten Jahre ist!? Er blockiert auf dieser Position sinnvolle Verstärkungen. Immer heißt es, im Mittelfeld sei Gentner gesetzt. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass Gentner eine Position spielt, die es meines Erachtens im Fußball nicht gibt. Für einen 6er ist er viel zu zweikampfscheu, für einen 8er fehlt ihm die Fähigkeit das Spiel zu strukturieren, für einen 10er ist er technisch zu schlecht. Das Einzige was ihm von Zeit zu Zeit gelingt, ist ein Tor. Vielleicht sollte er sich als hängende Spitze versuchen, dann aber bitte endlich woanders. Was den Trainer anbelangt sollte die Zeit des Welpenschutzes vorüber sein. Den gleichen Fehler hat man bei Schneider auch gemacht. Irgendwer behauptet einfach, um was für einen tollen Trainer es sich handele und die Fakten werden dabei ignoriert. Ständige Aufstellungs- und Formationswechsel überfordern eine zur Selbstüberschätzung neigende Truppe erkennbar. In dem Zusammenhang von "nach vorn gerichteter Verteidigung" und "mutigen Offensivaktionen" zu sprechen, mutet angesichts der traditionell mangelhaften Zweikampfführung, der Nicht-Eroberung zweiter Bälle und dem auf Zufall aufgebautem Offensivspiel geradezu grotesk an. Womit wir wieder beim 6er wären. Dieses Problem lässt sich erst lösen, wenn das defensive Mittelfeld sinnvoll besetzt ist, die nicht vorhandene Besetzung destabilisiert die Innenverteidigung und die fehlende Strukturierung sorgt dafür, dass trotz guter Außenpositionen viel zu wenig bei den Stürmern ankommt.

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