Tippspiel Stuttgart
Das Bundesliga-Tippspiel zur Saison 2013/2014:
34 Spieltage, 34 Chancen
Jetzt mitspielen
Der Brustringer
Die neue Kolumne zum VfB Stuttgart - doch wir blicken auch über den Kesselrand hinaus.
zur VfB-Kolumne
Mein VfB App
Mit der App "Mein VfB" bist Du an jedem Ort und zu jeder Zeit ganz nah bei Deinem Verein
mehr Infos
 
 

VfB Stuttgart Willkommen im Abstiegskampf

Thomas Haid und Carlos Ubina, 10.02.2013 15:00 Uhr

Stuttgart - Der VfB Stuttgart steckt im Sog der miesen Resultate. Das lässt sich leicht an der Tabelle ablesen, wo der Fußball-Bundesligist auf den 14. Platz abgerutscht ist. Doch das 1:4 gegen Werder Bremen bedeutet nicht nur die fünfte Liganiederlage nacheinander, es dokumentiert vor allem die verfahrene Situation: Der Trainer Bruno Labbadia und der Manager Fredi Bobic müssen weit mehr als eine Ergebniskrise moderieren. Denn eine Reihe von Spielern wähnen sich persönlich in ­höheren Sphären, liefern permanent aber Fehlleistungen ab. So ist nicht nur die Mannschaft verunsichert, sondern das Publikum auch verprellt. Und der Vorstand rückt zusehends in das Visier der enttäuschten Fans. Eine Bestandsaufnahme.

„Wir befinden uns in einer Phase, in der schon Kleinigkeiten reichen, um uns zurückzuwerfen.“ Bruno Labbadia, Trainer des VfB Stuttgart

Der Trainer

Bruno Labbadia ist erst einmal froh. Froh darüber, dass schon bald die nächste Aufgabe ansteht. Am Donnerstag erwartet der VfB den KRC Genk – nicht nur ein anderes Spiel, sondern vor allem ein anderer Wettbewerb. In der Europa League, so hofft der Trainer, soll das Team frischen Mut für die nationale Liga schöpfen. Denn alle Analyseansätze Labbadias enden stets am gleichen Punkt: „Es fehlt an Selbstvertrauen.“

Gegen Bremen gerieten die Gastgeber schon mit dem ersten ernsthaften Werder-Angriff aus dem Tritt (ein Pfostenschuss von Kevin de Bruyne/24.), verloren Struktur und Linie. „Wir befinden uns in einer Phase, in der schon Kleinigkeiten reichen, um uns zurückzuwerfen“, sagt der Trainer. Dass sich der VfB dabei seit Rückrundenbeginn eine Reihe von folgenschweren individuellen Fehlern leistet, macht Labbadia die Arbeit nicht leichter. Es bringt ihn sogar zunehmend in Erklärungsnot, weil er es nicht schafft, die Defensive und damit das ganze Team zu stabilisieren. 39 Gegentore sind Ausdruck dieser Misere, nur die TSG 1899 Hoffenheim ist noch schlechter und Hannover 96 gleich schlecht.

Jetzt ist der Trainer gefordert

Allerdings gelingt es dem VfB auf der anderen Seite auch nicht, aus seinen Chancen viel zu machen – was zu einer Grundsatzfrage führt: Für welchen Fußball steht die Labbadia-Elf im Moment eigentlich? Kompakter Defensivfußball kann es nicht sein, da es dem Naturell des Trainers widerstrebt und allein durch die vier Bremer Treffer widerlegt wird. Konzeptioneller Offensivfußball ist es auch nicht, weil sich gar keine spielerische Entwicklung mehr feststellen lässt. Und effektiver Ergebnisfußball wie in den erfolgreichen Labbadia-Tagen wird auch nicht mehr praktiziert, da die Resultate nicht stimmen.

„Ich kann jetzt aber nicht alles verändern“, sagt der Trainer vor dem nächsten Bundesligaspiel – am Sonntag beim Abstiegskandidaten Hoffenheim. Ein weiteres Schlüsselspiel, in dem Labbadia eine Schlüsselpersonalie bleibt. Vor knapp zwei Wochen wurde dessen Vertrag in der Überzeugung bis 2015 verlängert, der Zeitpunkt der Unterschrift sei nicht so wichtig, weil die Mannschaft keinen zusätzlichen Schub benötige. Doch jetzt ist der Trainer gefordert, alleine neue Impulse zu setzen.