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VfB Stuttgart Willkommen im Abstiegskampf

Thomas Haid und Carlos Ubina, 10.02.2013 15:00 Uhr
„Wir befinden uns in einer Phase, in der schon Kleinigkeiten reichen, um uns zurückzuwerfen.“ Bruno Labbadia, Trainer des VfB Stuttgart

Stuttgart - Der VfB Stuttgart steckt im Sog der miesen Resultate. Das lässt sich leicht an der Tabelle ablesen, wo der Fußball-Bundesligist auf den 14. Platz abgerutscht ist. Doch das 1:4 gegen Werder Bremen bedeutet nicht nur die fünfte Liganiederlage nacheinander, es dokumentiert vor allem die verfahrene Situation: Der Trainer Bruno Labbadia und der Manager Fredi Bobic müssen weit mehr als eine Ergebniskrise moderieren. Denn eine Reihe von Spielern wähnen sich persönlich in ­höheren Sphären, liefern permanent aber Fehlleistungen ab. So ist nicht nur die Mannschaft verunsichert, sondern das Publikum auch verprellt. Und der Vorstand rückt zusehends in das Visier der enttäuschten Fans. Eine Bestandsaufnahme.

Der Trainer

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Bruno Labbadia ist erst einmal froh. Froh darüber, dass schon bald die nächste Aufgabe ansteht. Am Donnerstag erwartet der VfB den KRC Genk – nicht nur ein anderes Spiel, sondern vor allem ein anderer Wettbewerb. In der Europa League, so hofft der Trainer, soll das Team frischen Mut für die nationale Liga schöpfen. Denn alle Analyseansätze Labbadias enden stets am gleichen Punkt: „Es fehlt an Selbstvertrauen.“

Gegen Bremen gerieten die Gastgeber schon mit dem ersten ernsthaften Werder-Angriff aus dem Tritt (ein Pfostenschuss von Kevin de Bruyne/24.), verloren Struktur und Linie. „Wir befinden uns in einer Phase, in der schon Kleinigkeiten reichen, um uns zurückzuwerfen“, sagt der Trainer. Dass sich der VfB dabei seit Rückrundenbeginn eine Reihe von folgenschweren individuellen Fehlern leistet, macht Labbadia die Arbeit nicht leichter. Es bringt ihn sogar zunehmend in Erklärungsnot, weil er es nicht schafft, die Defensive und damit das ganze Team zu stabilisieren. 39 Gegentore sind Ausdruck dieser Misere, nur die TSG 1899 Hoffenheim ist noch schlechter und Hannover 96 gleich schlecht.

Jetzt ist der Trainer gefordert

Allerdings gelingt es dem VfB auf der anderen Seite auch nicht, aus seinen Chancen viel zu machen – was zu einer Grundsatzfrage führt: Für welchen Fußball steht die Labbadia-Elf im Moment eigentlich? Kompakter Defensivfußball kann es nicht sein, da es dem Naturell des Trainers widerstrebt und allein durch die vier Bremer Treffer widerlegt wird. Konzeptioneller Offensivfußball ist es auch nicht, weil sich gar keine spielerische Entwicklung mehr feststellen lässt. Und effektiver Ergebnisfußball wie in den erfolgreichen Labbadia-Tagen wird auch nicht mehr praktiziert, da die Resultate nicht stimmen.

„Ich kann jetzt aber nicht alles verändern“, sagt der Trainer vor dem nächsten Bundesligaspiel – am Sonntag beim Abstiegskandidaten Hoffenheim. Ein weiteres Schlüsselspiel, in dem Labbadia eine Schlüsselpersonalie bleibt. Vor knapp zwei Wochen wurde dessen Vertrag in der Überzeugung bis 2015 verlängert, der Zeitpunkt der Unterschrift sei nicht so wichtig, weil die Mannschaft keinen zusätzlichen Schub benötige. Doch jetzt ist der Trainer gefordert, alleine neue Impulse zu setzen.

 
 
Kommentare (89)
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FEB
12
herbert Peter, 17:37 Uhr

VfB

Der VfB braucht einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden und zwei Jahre Regenerationsaufenthalt in der 2.Liga - eine neue Phase des Aufbaus und des Aufstiegs könnte dann gelingen!

FEB
12
Die Hoffnung stirbt zuletzt, 16:27 Uhr

Stuttgarter Weg

Ich frage mich auf, warum die Stuttgarter Presse und mit diesem Artike Hr. Haid jetzt erst und dann noch so nachsichtig die handelnden Personen hinterfragt. Auch wenn man einen Verein wie ein Unternehmen fuehrt, muesste es dem Aufsichtsrat aufgefallen sein, dass das operative Geschaeft von der Vision und Strategie („Stuttgarter Weg“) komplett abweicht. Das Umfeld geht doch groesstenteils diesen Weg mit und Vereine wie Dortmund, Mainz, Freiburg und Frankfurt zeigten, dass diese Strategie mit jungen Talenten und gezielten Einkaeufe erfolgreich sein kann. Somit sind die handelnden Personen im operativen Geschäft zu hinterfragen, ob sie fuer die vorgegebene Strategie die Richtigen sind. Anderenfalls sollte der Vorstand die Strategie neu definieren und das Umfeld nicht laenger beluegen. Der Manager Bobic war mit seinen Transfers auf einem sehr guten Weg. Dann hat er angefangen, Labbadia‘s Wuensche zu erfuellen: Verlaengerung Boka u. nun Hajnal; sowie den Einkauf von aussortierten Spielern wie Torun, Felipe, Saraer. Vor allem durch die Aussage nach dem Maza-Verkauf („bauen auf Ruediger und Roecker“) und Verpflichtung von Felipe (bei 4 Trainern durchgefallen) verlor er viel Glaubwuerdigkeit. Auch war er auf dem richtigen Weg, Labbadia im Trainingslager auch ueber die Presse verstaendlich zu machen, dass ein Trainer, der nur jammert und sich nicht zum Verein bekennt der Falsche ist. Warum er dennoch verlaengerte, weiss nur er. Der Trainer Labbadia ist jedoch klar der Falsche fuer den 'Stuttgarter Weg'. Im Gegensatz zu anderen Trainern schafft er es nicht, junge Spieler besser zu machen. Im Gegenteil, er will es gar nicht und spricht ihnen jegliche BL-Reife ab. Labbadia’s Argumentationen zur Nichtberuecksichtigung von Traore und Ruediger gegen Duesseldorf nach guter Leistung gegen Bayern (!), zur schwachsinnigen Aufstellung von Holzhauser auf aussen inkl. Begruendung und anschliessender Rotation aus dem Team sowie das Hervorheben von seinem Liebling Torun nach dem DUS-Spiel lassen Zweifel zu, ob er noch den Ueberblick hat. Keine Linie, keine Entwicklung bei den Spielern, zuviele Spielerwechsel in den Startaufstellungen je Spiel, hanebuechene Argumentationen zu o.g. Personalentscheidungen und Verabschiedung vom Leistungsprinzip durch klare Bevorzugung von seinen Lieblingen Hajnal und speziell Torun beschleunigen seinen Ansehensverlust und dazu, dass immer mehr ihn nicht mehr ernst nehmen. Ein Wechsel von Vorstand, Manager und Trainer tut keinem Verein gut, vor allem wenn er wie ein Unternehmen gefuehrt wird. Hoffe, dass Maeuser fuer die Verlaengerung von Labbadia geradestehen wird und samt Trainer geht. Bobic sollte noch eine Bewaehrung bekommen und an seiner naechsten Trainerentscheidung gemessen werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

FEB
12
Julian, 12:22 Uhr

VfB-Jugend

Wir haben die beste Zweite Mannschaft der Bundesliga, Die Amateure von Dortmund stehen sogar auf einem Abstiegsplatz. Da darf man sich schon fragen warum wir da keinen raus bekommen. Ein Andi Hinkel, oder Tiffert, Tasci... waren am Anfang auch keine Granaten, aber man braucht einen Trainer der sich auch mal traut einen rein zu werfen... Ich wollte BL nie, aber danke Fredi das du seine Abfindung gesichert hast!

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