Stuttgart 21 S-21-Partner prüfen drei Varianten am Flughafen

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Beim Spitzengespräch in Berlin zur S-21-Führung am Flughafen haben sich Stuttgarts OB Fritz Kuhn, Regionalpräsident Thomas Bopp, Verkehrsminister Winfried Hermann und DB-Infrastrukturvorstand Volker Kefer darauf verständigt, drei Optionen näher untersuchen zu lassen.

In der S-Bahnstation Flughafen könnte ein weiteres Gleis verlegt werden. Foto: dpa
In der S-Bahnstation Flughafen könnte ein weiteres Gleis verlegt werden.Foto: dpa

Stuttgart - Nach dem Spitzengespräch zur Stuttgart-21-Streckenführung rund um den Flughafen ist klar: Die Optionen „Drittes Gleis“ und „Filderbahnhof Plus“sollen von den Fachleuten vertieft untersucht und auf Vor- und Nachteile gegenüber der Antragstrasse abgeklopft werden. Darauf haben sich Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne), Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU), Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bahninfrastrukturvorstand Volker Kefer am Freitag bei ihrem Treffen in Berlin verständigt. Der Gesprächsstoff ging der Runde, an der auch Manfred Leger, Geschäftsführer der Projektgesellschaft der Bahn teilnahm, nicht aus. Das Treffen, das ursprünglich um 12 Uhr enden sollte, zog sich bis kurz vor 13 Uhr hin. In vier bis sechs Wochen will der Kreis wieder zusammentreten. Bis zum Lenkungskreistermin Anfang April soll eine Einigung auf eine Lösung vorliegen.

Die von Hermann angestoßene neuerliche Diskussion über eine Lösung für den noch nicht genehmigten Flughafenabschnitt von Stuttgart 21 konzentrierte sich zunächst auf zwei neu in die Debatte geworfene Varianten: Eine davon sieht vor, nördlich der bestehenden S-Bahnstation ein weiteres Gleis zu bauen, auf dem die Fern- und Regionalzüge der Gäubahn halten. Sie wird intern als Variante „Drittes Gleis“ bezeichnet. Die Idee stammt von der Flughafengesellschaft. Bei der anderen Option würde dieser Verkehr im neuen Halt unter der Messepiazza abgewickelt. Züge von Stuttgart Richtung Gäubahn würden nach dem Stopp eine 270-Grad-Schleife durchfahren und kurz vor der S-Bahnstation Echterdingen auf die bestehenden Gleise treffen. Letztere Option, die wegen ihrer geschwungen Streckenführung von Fachleuten das Etikett „Sauschwänzle“ verpasst bekam, verwarf die Runde.

In einer gemeinsamen Erklärung verweisen die Gesprächspartner auf die „sehr konstruktive und lösungsorientierte Atmosphäre“, in der die Beratung verlaufen sei. Alle Beteiligten eine der Wille, die bisherige Planung zu verbessern und so die von Kritikern erwarteten negativen Auswirkungen auf den S-Bahnverkehr zu mildern, konkretisierte einer der Teilnehmer. Winfried Hermann gab sich optimistisch eine Lösung zu finden. Mit Blick auf den ohnehin schon angespannten Zeitplan, mahnte Thomas Bopp eine „ernsthafte und kurzfristige“ Prüfung der Alternativen an. Fritz Kuhn gab das Ziel aus, „eine zukunftsfähige Lösung zu finden, die auch dem öffentlichen Nahverkehr und dem Regionalverkehr nutzt“. Volker Kefer sieht die Runde auf dem richtigen Weg. „In diesem Sinne kann es weitergehen“, sagte er.

Die Fachleute der Bahn, die nun die Varianten näher untersuchen, sollen auch prüfen, ob bei der Variante „Drittes Gleis“ die Möglichkeit offen gehalten werden kann, eine spätere Gleisverbindung für Züge von der Gäubahn Richtung Neckartal zu bauen. Gesprochen wurde auch über die so genannte Rohrer Kurve, die Projektkritiker in der geplanten Form als Engpass ausgemacht haben. Die Runde erörterte verschiedene Möglichkeiten bis hin zu einer Lösung, bei der die Gleise so angeordnet sind, dass sich begegnende Züge nicht den jeweils anderen abwarten müssen.

Übers Geld soll erst gesprochen werden, wenn man sich auf eine Variante verständigt hat. Bei den Grünen werden allerdings erste Überlegungen laut, die 100 Millionen Euro, die die Bahn durch Planänderung am Abstellbahnhof in Untertürkheim einsparen will, auf den Fildern zu verbauen.