Stuttgarter Transferpolitik Der VfB hofft auf Milik

Thomas Haid, 20.11.2012 11:02 Uhr

Stuttgart - In diesen Tagen merkt Fredi Bobic wieder einmal, was für eine gefragte Adresse der VfB Stuttgart nach wie vor ist. Der erste Berater meldet sich bei ihm am Telefon, der zweite schickt dem Manager eine E-Mail, und der dritte schaut gleich persönlich vorbei, um einen Spieler anzubieten, der im Januar verpflichtet werden könnte. Dabei hat Bobic seinen Wunschkandidaten für die Wintertransferperiode schon länger im Blick: Arkadiusz Milik, der in Europa als großes Talent gilt (die StZ berichtete). „Es ist so, dass wir in dieser Sache bereits unheimlich viel unternommen haben, doch es wird nicht einfach, den Wechsel jetzt auch zu realisieren“, sagt Bobic.

Auf einen Vorteil hofft er aber, weil der VfB der erste internationale Club war, der an den 18-jährigen Stürmer von Gornik Zabrze herangetreten ist. Eine Delegation hat die Eltern von Milik sogar schon vor Ort in Polen besucht, um ihnen die Perspektiven aufzuzeigen, die ihr Sohn in Stuttgart hätte. Ob das jedoch den Ausschlag gibt, weiß Bobic nicht. Für ihn „ist das Rennen offen“.

Die Beratersituation von Milik ist ein zusätzliches Erschwernis

Wenigstens hat seine Vereinsführung signalisiert, dass für den Fall der Fälle etwas Geld zur Verfügung stehen würde. Die Ablöse würde wohl zwischen drei und vier Millionen Euro betragen, nachdem Milik seinen Marktwert ­zuletzt durch die drei Berufungen in die A-Nationalmannschaft seines Landes deutlich steigern konnte. Zudem hat er in zwölf Ligaspielen für Zabrze schon sechsmal getroffen. Dadurch sind dann auch andere Vereine auf ihn aufmerksam geworden wie Borussia Dortmund, der FC Schalke und der FC Everton. „Das ist angesichts der Entwicklung nur normal“, sagt Bobic.

Ein zusätzliches Erschwernis ist die Beratersituation von Milik, für den zumindest zwei Agenten tätig sind. Von denen hat dann jeder ein spezielles Interesse und einen speziellen Clubfavoriten. Gerade sei in das Pokerspiel ein bisschen Ruhe eingekehrt, sagt Bobic. Es ist aber nur die Ruhe vor der nächsten Verhandlungsrunde, die dann vielleicht schon die letzte ist.