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Stuttgart - Mit hängenden Schultern schleicht Vedad Ibisevic nach dem Schlusspfiff in die Fankurve und erlebt dort die einzig positive Überraschung an einem ansonsten trostlosen Sonntagabend. Beifall gibt es vom leidensfähigen Stuttgarter Anhang für ihn und seine Mitspieler, spärlich zwar, aber immerhin. Das ändert jedoch wenig daran, dass der neue Stürmer sehr schnell gemerkt hat, wo er hier gelandet ist: mitten in der Krise.
Sehr verloren rannte Ibisevic 90 Minuten lang in der Spitze auf und ab - und so liefert das 0:3 gegen Mönchengladbach den Beweis, dass es mit der Verpflichtung eines Angreifers allein nicht getan ist. Die Probleme liegen tiefer, das weiß auch Bruno Labbadia: "Man konnte nicht erwarten, dass Vedad Ibisevic gleich der große Heilsbringer ist", sagt der ernüchterte VfB-Trainer nach dem Schlusspfiff.
Labbadia muss wieder einmal erklären, was bei seinem Team schief läuft - und wirkt dabei ähnlich ratlos wie zuvor die Spieler auf dem Platz. Man habe sich viel vorgenommen, man habe unter der Woche gut trainiert - "umso ärgerlicher ist es, dass es wieder nicht geklappt hat". Bei einer Standardsituation vor dem 0:1 habe man wieder geschlafen, "das war der große Knackpunkt".
"Wir müssen wieder als Team auftreten"
Allerdings gehört das Verhalten bei gegnerischen Eckbällen und Freistößen derzeit eher zu den nachrangigen Problemen. Viel schwerer wiegt, dass sich der VfB eher zurück- als weiterentwickelt und auch dieses Mal keinerlei Konzept hatte, dem Gegner beizukommen. Sehr bedrohlich zeigt der Trend nach unten, von den vergangenen zehn Spielen hat der VfB nur eines gewonnen. "Wir müssen höllisch aufpassen und eine Schippe drauflegen. Und wir müssen wieder als Team auftreten", sagt der Torhüter Sven Ulreich, der eine noch höhere Niederlage verhinderte.
Fragt sich nur, wie das passieren soll? Labbadia hat sich für die Politik der ruhigen Hand entschieden und will "nicht in Hektik verfallen". Stattdessen gelte es, "der Mannschaft wieder auf die Beine zu helfen". Allzu lange, auch das dürfte er wissen, sollte er sich damit jedoch nicht Zeit lassen. Der VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt hat in einem "Bild"-Interview schon vor dem Spiel gegen Gladbach bemängelt, dass die Mannschaft seit Monaten ihr Potenzial nicht ausschöpfe. Von oberster Stelle wurde dem Trainer so ziemlich unverblümt mitgeteilt, er möge doch bitte schön mehr aus dem VfB herausholen.
Der Manager Fredi Bobic hingegen sträubt sich gegen eine Trainerdiskussion. "Ich bin überzeugt von Bruno Labbadia, der Trainer ist bei uns kein Thema", sagt er. Warum das so ist? "Weil ich sage, dass er kein Thema ist." Und wie soll es weitergehen? "Wir stehen unter Zugzwang und müssen Ergebnisse liefern." Labbadia ahnt nach dem ersten Sieg der Gladbacher in Stuttgart seit dem Jahr 1994, dass das schwierig werden könnte: "Es ist klar, dass der Schalter nicht sofort umgelegt werden kann", sagt der Trainer. Dieter Hundt wird das nicht gerne hören.


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0815 Geschwätz halt. Ob labbadia ein guter Trainer ist wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wenn der Trainerwechseleffekt mal vorüber ist, muss man halt auch mal neue Wege gehen. Sollen sie von mir aus über die Scherben laufen - ganz egal. In das 0815 Pressegelaber sollte man auf jeden Fall mal nicht zuviel hinein interpretieren.
Zwei blinde Hühner
Ein blinder Manager deckt einen blinden Trainer. Warum steht eigentlich Bobic nicht zu Diskussion. Er kann nichts, bewirkt nichts, schützt aber einen hoffnungslos überforderten Trainer. Beide müssen weg. Wenn wir dafür in die zweite Liga müssen, kein Problem.
Bobic und die Presse
Solange die Führungsqualitäten von Bobic auf eine solch offensichtliche Art von der Stuttgarter Zeitung geschützt wird hilft nur ein Abstieg und die Hoffnung, dass der Vertrag mit Bobic nur für die Liga 1 gilt.